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Aus wie vielen „Flüchtlingen“ Terroristen werden könnten

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Bereits am Freitag wurde im rheinland-pfälzischen Mutterstadt ein mutmaßliches Mitglied der Terrororganisation „Islamischer Staat“ festgenommen, wie gestern bekannt wurde. Der kampferprobte Verdächtige hatte zunächst in einem zentralen Flüchtlingsheim in Dinslaken (NRW) gelebt, war jedoch anschließend in seine jetzige Wohnung in Rheinland-Pfalz gezogen. Angeblich plante er einen Anschlag zum Beginn der Bundesliga.

Am heutigen Morgen wurden zudem zahlreiche Razzien in Nordrhein-Westfalen von über 150 Beamten durchgeführt. Ziel war es, Netzwerke und Strukturen islamistischer Terrorzellen aufzudecken, die teilweise seit Jahren unter Aufsicht des Verfassungsschutzes standen. In den vergangenen Monaten wurde ebenfalls bekannt, dass Salafisten und islamistische Extremisten gezielt Flüchtlingsheime aufsuchen und neue Rekruten anwerben.

Das derzeitige Aufnahmesystem in Deutschland ist anfällig für diese Strategien. So leben Jugendliche und alleinstehende Männer zunächst in zentralen Asylheimen, viele davon unter falschem Namen und unregistriert. An diesem Knotenpunkt fällt es extremistischen Anwerbern mehr als leicht auf Leutefang zu gehen. Beten, Seelsorge, Beratung und Geschenke zählen zu den „Diensten“ der salafistischen Prediger. Pierre Vogel hat sogar eine Anleitung zum Umgang mit „Flüchtlingen“ veröffentlicht.

Nach einigen Monat Aufenthalt in den Erstaufnahmeeinrichtungen werden die möglicherweise bereits radikalisierten Männer von den Behörden dezentral auf ganz Deutschland verteilt. In den vergangenen Monaten überschlugen sich die beschwichtigenden Aussagen seitens der Politik, allen voran Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD), der immer noch die Realität ausblendet, indem er betont: „Die Terroristen sind keine Flüchtlinge.“

Doch ist zum einen davon auszugehen, dass hunderte, wenn nicht sogar tausende Gefährder die offenen Grenzen passierten. Hans-Georg Maaßen, Präsident des Verfassungsschutzes, gab in einer Pressekonferenz Anfang April bekannt, dass 70 Prozent der Neuankömmlinge ohne Papiere einreisten. Die Registrierung erfolgte viel zu häufig auf Basis eigener Angaben. Die Zahl der Salafisten steige deshalb „täglich“, so Maaßen.

Zum anderen fällt es extremistischen Predigern aufgrund der momentanen Lage unglaublich einfach auf die Köpfe der Migranten zuzugreifen. Hier fällt ihr radikales Gedankengut auf tausende, dafür aufgeschlossene Neuankömmlinge, die aufgrund der hohen Erwartungshaltung und den vergangenen Strapazen meist von der hiesigen Situation enttäuscht sind. In welchem Maße dies geschehen könnte, kann man sich wie folgt verdeutlichen:

Der Verfassungsschutzbericht geht aktuell von knapp 75.000 ausländischen Extremisten aus, die in ganz Deutschland verteilt leben. Dazu zählen ca. 43.890 islamisch motivierte Extremisten und 29.050 nicht-islamische Ausländerextremisten. Sollte es gelingen, dass jeder dieses gewaltaffinen Personenkreises, seien es Salafisten, Wahhabiten oder Anhänger der kurdischen PKK, einen einzigen „Flüchtling“ radikalisieren, so würde sich die Zahl innerhalb kürzester Zeit verdoppeln. Diese Masse an bereits ansässigen Extremisten trifft auf fast 70.000 minderjährige Flüchtlinge im Jahr 2015, von denen bereits tausende untergetaucht und verschwunden sind, so Präventionsexperte Thomas Mücke in der WELT.

Sollten sich von den geschätzten eine Million Neuankömmlingen allein aus dem Jahr 2015 nur fünf Prozent zu Terroristen oder gewaltbereiten Extremisten entwickeln, würde das bedeuten, dass ein Personenkreis von 50.000 Gefährdern in der Lage sein wird, Deutschland mit Gewalt zu überziehen. Das sind freilich pessimistische Schätzungen, aber jeder Staat ist gut beraten, vom Ernstfall her zu denken.

Nachtrag: Inzwischen wurde ein zweiter terrorverdächtiger Asylbewerber in Dinslaken festgenommen.

Bild: Salafisten beim öffentlichen Beten, Metropolico.org, flickr, CC BY-SA 2.0)

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