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Beendet Lampedusa!

Eigentlich sollte Einwanderungskritik.de, die Begleitseite zu meinem Buch Die Ausländer. Warum es immer mehr werden erst in einigen Tagen online gehen, aber aufgrund des neuen Flüchtlingsunglücks vor Lampedusa mit vermutlich mehr als 200 Toten habe ich mich dazu entschlossen, sie sofort (und noch mit einigen Kinderkrankheiten) zu veröffentlichen. Der Grund: Wir müssen endlich darüber sprechen, wie wir die Tragödien im Mittelmeer wirklich verhindern können. Es gibt aus meiner Sicht nur einen Weg, aber ich bin mir fast sicher, daß die Politik ebenso wie nach dem Unglück im Oktober 2013 wieder alles falsch machen wird. Was ist also zu tun?

Die gefährliche und viel zu häufig tödlich endende Überfahrt mit dem Boot über das Mittelmeer muß verboten werden. Warum? Im letzten Jahr versuchten über 200.000 Menschen – viele Afrikaner, aber auch Flüchtlinge aus Syrien – mit dem Boot nach Europa zu gelangen. 3.500 verloren dabei ihr Leben und trotzdem spricht Europa immer neue Einladungen an Flüchtlinge aus, auf diese halsbrecherische Weise unseren „Kristallpalast“ (Dostojewski) zu erreichen.

Die Idee des Botschaftsasyls

Europa läßt dieses Massensterben im Mittelmeer zu, weil sich die EU und die Nationalstaaten als unfähig erweisen, ihre Asylsysteme an die Gegebenheiten im 21. Jahrhundert anzupassen. Sie haben es in den letzten Jahren versäumt, ihre Asylpolitik dahingehend zu reformieren, daß den wirklich Hilfsbedürftigen schnell und unbürokratisch geholfen wird und alle anderen Menschen wirkungsvoll abgeschreckt werden, sich für Tausende von Euro von einer Schlepperbande nach Europa bringen zu lassen.

Wie kann das funktionieren?

  1. Die Überfahrt mit dem Boot über das Mittelmeer muß verboten werden. Jeder, der dennoch auf diese Weise nach Europa kommt, muß automatisch, also ohne Asylverfahren, in seine Heimat abgeschoben werden.
  2. Statt dessen brauchen wir für interkontinentale Migrationen ein Botschaftsasylverfahren. Die Flüchtlinge sollten also in ihrer Heimat oder einem sicheren Nachbarstaat ihren Asylantrag stellen müssen. Bevorzugt sollten sie dann heimatnah in einem sicheren Staat untergebracht werden. Ist dies nicht möglich, weil dort die Aufnahmekapazitäten bereits überschritten sind, sollte eine europäische Asylbehörde entscheiden, in welchem Mitgliedstaat die Flüchtlinge unterkommen könnten.
  3. Das heißt also, daß die Flüchtlinge gleichmäßig über Europa verteilt werden sollten. Wenn man ihnen hingegen wie derzeit die Entscheidung de facto selbst überläßt, wo sie hinwollen, führt dies zu einem Ansturm von Scheinflüchtlingen auf die wohlhabenden Staaten. Dies muß Europa durch eine einheitliche Asylpolitik verhindern.

Mehr Details zum Botschaftsasyl, wie ich es vorschlage, finden sich in meinem neuen Büchlein, das hier bestellt werden kann. Ich werde auf dieser Seite in den nächsten Tagen noch einige Fakten zur Asylpolitik nachreichen und hoffe, daß so eine der wichtigsten Debatten für die nahe Zukunft endlich in Gang kommt.

Bild: Claudio Riccio / flickr / CC

Autor: Felix Menzel

Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

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