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Der Islamische Staat auf dem Balkan

2 Kommentare

Gut drei Wochen sind seit dem verheerenden Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt vergangen und ebenso wie die Weihnachtszeit mittlerweile verstrichen ist, so scheint sich auch die Empörung, der Schock und die Debatte um den ersten größeren Terroranschlag auf deutschem Boden langsam aber sicher zu verabschieden. Noch weniger als über Berlin wird aber über den geplanten Terroranschlag auf das größte Einkaufszentrum Deutschlands, das „Centro“ in Duisburg-Oberhausen, gesprochen – vielleicht, weil die beiden tatverdächtigen Salafisten mangels Beweisen wieder freigelassen werden mussten. Ein Beitrag von Robin Classen.

Doch der Fall mit den beiden kosovarischen Brüdern sollte nicht zu schnell ad acta gelegt werden, denn die Herkunft der beiden Tatverdächtigen weist auf eine enorme Gefährdung der öffentlichen Sicherheit in ganz Europa hin, die im politischen Diskurs aber kaum eine Rolle spielt. Denn abseits der Augen der Medienöffentlichkeit hat sich seit dem Jugoslawienkonflikt der frühen 90er Jahre mitten in Europa ein von Saudi-Arabien und Katar finanziertes islamistisches Territorium entwickelt, welches die Konflikte in den nächsten Jahren auf eine völlig neue Stufe tragen könnte.

Man stelle sich vor, der Islamische Staat müsste nicht mehr nur auf verwahrloste, asoziale und kriminelle Jugendliche aus Ausländerghettos, die aufwendig „umgedreht“ werden müssen, und auf als „Flüchtlinge“ getarnte Infiltratoren aus dem Nahen Osten zurückgreifen, sondern hätte funktionierende islamische Territorien auf europäischem Boden zur Verfügung, von denen aus er agieren könnte. Territorien, die womöglich irgendwann selbst Mitgliedsstaaten der EU sind.

Saudi-Arabien kauft den Balkan

Dies ist keine dystopische Horrorvision, sondern könnte angesichts der Entwicklung im Kosovo und Bosnien bereits in den nächsten Jahren eine ernstzunehmende Realität werden. Bereits im Zuge des Jugoslawienkonflikts luden islamistische Aufpeitscher aus dem Nahen Osten den Konflikt auf bosnischer Seite explizit religiös auf und schickten Djihadisten ins Land, die später die bosnische Staatsbürgerschaft erhielten.

In den Folgejahren und insbesondere im letzten Jahrzehnt wurden riesige Summen aus Saudi-Arabien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten vor allem in Bosnien investiert. Das Land wurde touristisch für die Kundschaft aus dem Nahen Osten erschlossen und mit dem Geld und den Scheichs kam auch der Wahabismus ins Land, der den vormals arg verwässerten Traditions-Islam schnell verdrängte. Heute sind Bosnien und der Kosovo Länder, die pro Kopf gerechnet die meisten IS-Kämpfer überhaupt entsendet haben. Plötzlich prägen Kopftücher und sogar die Burka das Straßenbild und wenn in den Ländern mit bis zu 60 Prozent Jugendarbeitslosigkeit überhaupt jemand einen Arbeitsplatz anbietet, dann sind es die saudischen Baufirmen, die gigantischen Shopping Malls mit Betreibern aus dem arabischen Golf oder die als „Gated Communities“ gestalteten Tourismus-Ressorts für wohlhabende Araber.

Salafisten-Dörfer an der EU-Außengrenze

Die entsandten IS-Kämpfer stammen aus dem ganzen Land, aber längst haben Salafisten ganze Siedlungen eingerichtet, die wie Staaten im Staat – oder eben wie europäische Enklaven des Islamischen Staates – erscheinen. In Ortschaften wie Osve oder Gornja Maoca wehen heute IS-Fahnen, salafistische Kleiderordnung prägt das Stadtbild und ausgereiste „Märtyrer“ und ihre Familien werden wie Shooting-Stars gefeiert.

Die Entwicklung ist immerhin auch den europäischen Medien nicht gänzlich verborgen geblieben und auch die ARD und der Deutschlandfunk haben bereits Nachrichtenteams in die Region entsandt. Die Antwort eines dort ansässigen Salafisten auf die Frage, was er von einer im Raume stehenden EU-Mitgliedschaft Bosniens halte, lässt nichts Gutes erahnen: „Dann könnten wir auch woanders aktiv werden. Das wäre viel leichter bei offenen Grenzen. Wir könnten unseren wunderschönen Islam dann auch an die Deutschen weitergeben.“ Es dürfte wohl auch kein Zufall sein, dass die meisten Salafisten-Dörfer direkt an der Grenze zum EU-Staat Kroatien liegen.

Islamisten verfolgen auf dem Balkan eine Langzeitstrategie

Doch es geht nicht nur um Missionierung. Vor Ort werden auch IS-Kämpfer ausgebildet. Es bestehen regelrechte Durchreise- und Ausbildungslager. Davor warnte jedenfalls Europol in einem Dossier von Anfang 2016. Wer dorthin und von dort weg reist und was er bei sich führt, bleibt in der Regel unentdeckt. Die italienische Zeitung „Corriere della Serra“ fuhr zur kroatischen Außengrenze der EU zu Bosnien und entdeckte nur morsche Grenzbäume und verrostete Schilder: So sehen also die viel beschworenen sicheren EU-Außengrenzen aus. Mittlerweile leben rund 400.000 Kosovaren und 240.000 Bosniaken in Deutschland – Tendenz steigend.

Doch neben der vergangenen und aktuellen Migration vom Balkan darf auch die Migration in den Balkan nicht außer Acht gelassen werden. Die von der Migrationswelle ohnehin überforderten Geheimdienste dürften sich zunächst vornehmlich auf diejenigen „Flüchtlinge“ konzentrieren, die die Balkanroute bis in westliche Länder bereisen. Doch diejenigen Islamisten, die vielleicht bloß bis nach Bosnien wollen, um dort langfristig zu wirken, haben beste Chancen, unerkannt zu bleiben. Was droht, sind „Failed States“ mitten in Europa und islamistische Hochburgen in Steinwurfweite von europäischen Metropolen wie Wien, München oder Mailand.

(Bild: Day Donaldson, flickr, CC BY 2.0)

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2 Kommentare An der Unterhaltung teilnehmen

  1. Die Amis bomben doch sonst jedes Land kaputt.
    Warum nicht Saudi Arabien?
    Meine Zustimmung hätten sie!
    Dann kämen sie auch an das Öl ran, das sie doch
    immer haben wollen.
    Es bräuchte auch vorher gar keine False Flags.
    Das, was sich die Saudis bis jetzt schon alles
    rausgenommen haben – 9/11, ISIS – reicht für
    deren Auslöschung allemal. Das wär für die
    Amis ein Spaziergang. Auf die beiden Hauptstädte
    Neutronenbomben und die Arbeiter in den Ölraffinerien
    laufen dann eh freiwillig über.
    Abschaum der Welt wird reich, weil unter seinem
    Arsch zufällig Öl lagert, und mit dem eingenommenen
    Geld werden sie immer frecher. Das muß sich der
    Westen nicht bieten lassen, wenn er nicht ganz
    dekadent ist!

    Antworten

  2. Wie wäre es zusätzlich zu dem obigen mit einer Reconquista von Bosnien Albanien und dem völkerrechtlich zu Serbien gehörenden Kosovo? Nach spanischen Vorbild? Sicher,das werden keine „schönen Bilder“ aber egal. Wer nicht konvertiert der wird aus Europa nach Afrika verbannt- und der Aufnahmestaat bekommt Geld dafür. Dem neuen christlichen Albanien wird dann massiv europ. Hilfe zuteil, Bosnien wird aufgeteilt zwischen Serbien und Kroatien und die zum Christentum konvertierte albanische Bevölkerung kommt nach Albanien und das Kosovo wieder an Serbien.

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