Permalink

4

Arnsdorf: Die bösen Sachsen mal wieder …

Eigentlich wollte ich diesen Vorfall ignorieren, aber da es nun alle großen, etablierten Medien gebracht haben, ist doch ein kurzer Kommentar dazu notwendig: Nach Gauland wird nun das kleine Arnsdorf bei Dresden skandalisiert, weil dort einige Männer einen irakischen Asylbewerber an einen Baum fesselten, nachdem er eine Kassiererin im Supermarkt mit einer Weinflasche bedrohte.

Den Vorfall kann man sich auf Video ansehen (siehe unten). Die Polizei hat sich dazu ebenfalls gestern in einer Pressemitteilung geäußert. Zusammengefaßt: Am 21. Mai 2016 suchte ein 21-jähriger Asylbewerber aus dem Irak mehrmals einen Supermarkt in Arnsdorf auf, weil er angeblich Probleme mit seiner Telefonkarte hatte. Es wird vermutet, daß der Mann psychisch krank ist. Jedenfalls mußte zweimal die Polizei aufgrund des Asylbewerbers zum Supermarkt kommen und ihn zurück in ein Fachkrankenhaus bringen. Warum die Polizei eingesetzt wurde, teilt sie leider nicht mit. Es ist damit vollkommen unklar, welche Vergehen sich der Asylbewerber hier bereits geleistet hatte.

Die Pressewahrnehmung: Bürgerwehr attackiert kranken Flüchtling

Als er schließlich am Abend das dritte Mal den Supermarkt aufsuchte, eskalierte die Situation. Der Iraker bedrohte mit einer Weinflasche zwei Mitarbeiterinnen des Supermarkts. Daraufhin gingen einige Männer, darunter ein CDU-Gemeinderat, dazwischen, drängten den Mann aus dem Supermarkt und fesselten ihn an einen Baum, bis die Polizei eintraf.

Statt sich bei den zivilcouragierten Männern zu bedanken, leitete die Polizei jedoch Ermittlungen wegen des Verdachts der Freiheitsberaubung ein. „Zu prüfen ist, ob die Personen das Festhalte- und Festnahmerecht durch Jedermann gemäß § 127 StPO überschritten haben“, heißt es in der Pressemitteilung.

Die Onlinemedien gehen noch weiter. ZEIT.de titelt: „Angebliche Bürgerwehr greift Asylbewerber an“. SPIEGEL ONLINE: „Bürgerwehr geht auf kranken Flüchtling los“. Und BILD.de schreibt: „Bürgerwehr fesselt kranken Flüchtling an Baum!“.

Der beteiligte CDU-Mann hat sein eigenes Verhalten übrigens öffentlich verteidigt. Er betont zu dem Vorfall: „Wir haben Zivilcourage gezeigt und hätten das bei jedem anderen ebenfalls getan.“

Schaut man sich die Gesetzeslage an, so ist es in der Tat sehr schwierig, als Angegriffener angemessene Notwehr zu leisten oder als zivilcouragierter Bürger anderen zu helfen. Der Grund dafür ist sehr einfach: Wird jemand mit einer Weinflasche angegriffen, handelt es sich um eine lebensbedrohliche Situation. Ein ungünstiger Schlag und das Opfer ist tot. Wie soll man also reagieren? Der deutsche Rechtsstaat hätte es gern, wenn man dem Täter die Weinflasche einfach abnehmen könnte und ihn dann bitten würde, doch noch so lange zu warten, bis die Polizei eingetroffen ist, damit Anzeige erstattet werden kann. Ist das realistisch? Natürlich nicht!

Die Männer im Arnsdorfer Supermarkt haben also sogar noch sehr rücksichtsvoll eingegriffen, da sie den irakischen Asylbewerber nicht verletzt haben, obwohl auch dies im Sinne reiner Selbstverteidigung und dem Schutz der angegriffenen Frauen angemessen gewesen wäre. In einer lebensbedrohlichen Situation muß es erlaubt sein, den Angreifer kampfunfähig zu machen und danach festzuhalten, sonst wird aus Opfer- ganz schnell Täterschutz.

Verwandte Themen

Frank Richter: „Auch ich war ein Wutbürger“ Quelle: Die Zeit vom 21.09.17, S. 14. Online leider nicht verfügbar.
„King Abode“: Elisabeth Hauswald (CDU) meint, Nazis und Polizei seien schuld "King Abode" aus Bautzen sorgt weiter für reichlich Wirbel: Doch jetzt hat sich die CDU-Stadträtin Elisabeth Hauswald schützend vor den libyschen Intensivtäter gestellt. Dem Focus sagte sie: "Er ist ...

Autor: Felix Menzel

Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

4 Kommentare

  1. Ich gehe jede Wette ein, daß wenn ein deutscher psychisch kranker Mann dort randaliert hätte, dies keine Meldung wert gewesen wäre. Da aber ein Ausländer, zumal ein außereuropäischer und im besonderen ein M o s l e m — der neben den Schwarzafrikanern zu den Lieblingen* der herrschenden Klasse gehört — randalierte, ist gleich wieder die Rassismuskeule ausgepackt worden. Lachhaft. Das intellektuelle Niveau der BRD spiegelt den fallenden mittleren IQ unseres Landes wider.

    * Zum Vergleich: Nordostasiaten sind nicht gerne gesehen, da diese ebenfalls aus einer Hochkultur kommen, eine hohe Durchschnittsintelligenz aufweisen, wenig impulsiv und folglich sehr gut angepasst und produktiv sind. Die Menschen in Hoch-IQ-Berufen werden von denen eher noch ersetzt, während die weniger begabten Moslems und Schwarzafrikaner natürlich keine solche Gefahr darstellen und für lauter Gerechtigkeitsrhetorik herhalten können.

  2. 6 Leute auf einen kleinen irakischen Mann, der mit der Flasche rumwedelt? Und in der kleinen bewachten Asyl-Notunterkunft wohnt, wo, ganz dörflich, jeder jeden kennt. Unter stetiger Beobachtung der Alteingesessenen. Jetzt tickt der doch erst richtig aus. Wenn er vorher nicht krank war, durch solche Vorfälle gerade. Und die Fronten zwischen dem Asylbewerbern, sowieso schon ein Dorn im Auge der Dorfgemeinschaft, und der Asyl-Notunterkunft verhärten sich. Was ist nun wirklich die Problematik, der Vorfall oder die, von Anfang, hiesige Situation? Ja, ja, Arnsdorf macht die Türen auf…

  3. Die Sachsen zeigen wenigstens Gesicht. Dort hilft man sich gegenseitig. Im Westen hätte ALLE nur ihr Handy gezückt und auf die Dinge geharrt die da kommen. Haben die Sachsen gut gemacht.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.