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Die skandinavische Rechte

Während wir uns in Deutschland derzeit mit einer Scheindebatte über das Burkaverbot und weiteren Überwachungsmaßnahmen herumärgern, geht es in Skandinavien mittlerweile ganz anders zu. Ein Beitrag von Fabian Müller.

Man vergisst im behäbigen Deutschland allzu häufig, wie rasant sich die Parteienlandschaft Europas wandelt. Obwohl kein Land so stark von der Asylkrise betroffen war wie unseres, dümpelt die AfD laut offiziellen Umfragen bei leicht über zehn Prozent, CDU und SPD sind weiterhin in der Lage mit einer großen Koalition die Regierung zu stellen und über die Zukunft des Landes zu entscheiden. Sollte das nicht der Fall sein, nehmen sie eben die grünen oder gelben Mehrheitsbeschaffer mit ins Boot. Diese bekommen dann ein paar Ministerposten, aber dafür Schweige- und Angleichungspflicht.

Doch wie sieht es mit den reichen Skandinaviern aus, die in jeder erdenklichen Situation als sozialstaatliche und fortschrittliche Beispiele herangezogen werden, während Frankreich und Ungarn als nationalistische Sorgenkinder gelten? Ein Blick in den Norden offenbart, dass eigentlich überall die Rechten im Kommen sind und die Verteidigung des Eigenen begonnen hat.

Schweden – Ein Land am liberalen Scheideweg

Obwohl Schweden uns in Sachen krankhaftem Multikulti in nichts nachsteht und auch kein Blatt zwischen die „Konservativen“ und die „Sozialen“ passt, wachen immer mehr Einheimische auf. Die sogenannten Sverigedemokraterna, zu Deutsch: Schwedendemokraten (SD), zogen bereits 2014 mit knapp 13 Prozentpunkten in den schwedischen Reichstag ein. Die Schwedendemokraten vertreten konservative Positionen, die beinahe deckungsgleich mit der deutschen AfD sind und auch von den dortigen Volksparteien sträflich vernachlässigt wurden. Dazu zählt das traditionelle Familienbild, restriktive Einwanderungspolitik und eine kontrollierte Rückführung von Ausländern in deren Heimatländer. Nachdem mittlerweile ganze Viertel in die Hände von Migranten gefallen sind und die Vergewaltigungsrate durch die Decke schoss, scheinen auch die Schweden langsam umzudenken. 1975 wurden noch ungefähr 400 Vergewaltigungen angezeigt, während es nach Jahrzehnten buntem Multikulti im Jahr 2014 bereits 6.620 Fälle waren.

Vorsichtig wagen sich die Realitätsverweigerer an diese Zahlen, hieß es doch umso häufiger, dass einzig und allein die kleine Dunkelziffer aufgrund der emanzipierten und selbstbewussten Frau, die häufiger zu einer Anzeige neigt, zu dieser großen Quote führte. Zudem verweisen viele auf das Strafsystem der Schweden, das nach Taten und nicht nach Personen aufschlüsselt. Wie auch immer, die Schweden unterteilen in ihren Statistiken nicht nach der Herkunft der Ethnie, weshalb sich aufgrund fehlender Daten von offizieller Seite keine zweifelsfreien Schlüsse ziehen lassen.

Und das scheint auch so gewollt. Vermutlich spielen viele Faktoren in den explosionsartigen Zuwachs der Straftaten. Dennoch ergaben jüngste Umfragen, dass Zuwanderer bei allen Arten von Straftaten überrepräsentiert sind. Zwar lässt sich über all das vortrefflich streiten, doch scheinen immer mehr Schweden die Verbindung zwischen kulturfremder Zuwanderung und Kriminalität zu begreifen. Die nationalkonservativen Schwedendemokraten stehen in den neusten Umfragen als stärkste Kraft da (25,2 %) noch vor den momentan regierenden Sozialdemokraten (23,4 %). Ob die Zahlen konstant bleiben, ist unklar, aber die Rechten dürften auf alle Fälle ihr Ergebnis von 2014 deutlich verbessern und der liberale Alptraum hoffentlich bald ein Ende haben.

Norwegen – Turbobürokratie jenseits der EU

Das reiche Land im hohen Norden mit seinen 5,2 Millionen Einwohnern ist kein Mitglied in der EU, doch kann man in Bezug auf die Parteienlandschaft wenig Unterschiede zu seinen nordischen Nachbarn feststellen. Gewinner der Parlamentswahl von 2013 war die konservative, europafreundliche Høyre. Die rechtspopulistische Fremskrittspartiet (Fortschrittspartei) verlor überraschenderweise 6,6 Prozentpunkte, blieb jedoch mit circa 17 Prozent drittstärkste Kraft. Programmatisch ist die Partei auf einer Linie mit der FPÖ oder der AfD, wobei eher eine freundliche Linie gegenüber den USA und Israel gefahren wird.

In den letzten Monaten und Jahren hatte auch Norwegen mit Zuwanderung und Flüchtlingen zu kämpfen. Ungefähr 30.000 Asylanträge wurden gestellt. Auf die Bevölkerung von Deutschland übertragen, entspräche das knapp 500.000 Anträgen. Doch gibt es in Norwegen nicht die unsichtbare Linie gegenüber rechten Paria-Positionen von Seiten der Mitte. So koalierte die rechte Fortschrittspartei mit den Konservativen. Beide stellen zwar eine Minderheitsregierung, doch scheint die Regierung trotz einiger interner Neubesetzungen stabil zu bleiben. Interessant ist an dieser Stelle auch, auf welche Art die norwegische Bürokratie mit Asylanträgen umgeht. Zwar dauert die Prüfung und Verteilung von Flüchtlingen aus unsicheren Heimatstaaten einige Monate, doch wird der Antrag von Immigranten aus sicheren Herkunftsländern innerhalb von 48 Stunden überprüft und entschieden, ob der „Flüchtling“ im Land bleiben darf.

Die norwegische Ausländerbehörde (UDI) lehnte in diesem Schnellverfahren fast 98 Prozent der Antragsteller ab. Auch die Öffentlichkeitsarbeit, die statistischen Daten und die Transparenz der Behörde sind vorbildlich. Zwar lässt sich der Wahrheitsgehalt der Angaben schwer überprüfen, doch wirkt das Gesamtsystem souverän und lässt in keiner Weise ein Vergleich mit dem bundesrepublikanischen Chaos im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zu.

Dänemark – Zweifrontenkrieg gegen das liberale Chaos

Auch in Dänemark sind rechte Kräfte im Aufwind. Im Folketing, dem dänischen Parlament, legte die Dänische Volkspartei (DF) um fast neun Prozent auf über 21 % zu. Die nationalkonservativen EU-Gegner mit dem Spruch „Gott – König – Vaterland“ kamen zwar nicht in die Regierungsverantwortung, billigten jedoch mit der Volkspartei und der Liberalen Allianz die Minderheitsregierung der rechtsliberalen „Venstre“ mit nur 19 % der Wählerstimmen. Trotzdem bringt sich die DF als Opposition in die Politik ein. Die Dänen verschärften im Zuge der Asylkrise ihre Migrationsgesetze. Mit fast sechs Millionen Einwohnern und 20.000 Asylanträge wurde in Dänemark im Vergleich zu den umliegenden Ländern eher selten um Aufenthalt gebeten. Das heißt aber nicht, dass wenige Migranten einreisten. Die meisten der Neuankömmlinge benutzten Dänemark nur als Transitland um ins liberalere Schlaraffenland Schweden zu kommen.

Als Schweden schließlich zu Beginn diesen Jahres Grenzkontrollen einführte, musste Dänemark reagieren um einen „Flüchtlingsstau“ zu verhindern. Der unbegrenzte Zustrom über die deutsche Grenze, ohne Abfluss nach Schweden, hätte ein Chaos verursachen können. Beide Staaten gaben im Sommer dieses Jahres bekannt, die Grenzkontrollen, die seit dem 4. Januar in Kraft sind, weiter fortzuführen. Und es scheint zu funktionieren. Am ersten Tag nach den Kontrollen ersuchten gut 100 Personen Asyl, von denen 19 (neunzehn!) zwei Wochen später tatsächlich Asyl beantragten. So bleiben wir dummen Deutschen wieder einmal auf der Rechnung sitzen. Auch die Dänen sind glücklich mit der neuen Lösung. Es wünschten sich gerade einmal 12 Prozent die Abschaffung der Grenzkontrollen, wie die Schleswig-Holsteinische Zeitung berichtete.

So bleibt abzuwarten, ob die vorübergehende Teilabriegelung der Dänischen Volkspartei den Wind aus den Segeln nehmen wird, oder ob sie weiterhin mit über 20 Prozent eine ernstzunehmende Kraft im politischen System Dänemarks bleiben wird. Möglicherweise droht der Fortschrittspartei hier eine ähnliche Gefahr wie der AfD in Deutschland. Die regierende Mitte imitiert „rechte“ Positionen und geht auf Stimmenfang. Sobald die zweifelnden Wähler zurückgewonnen sind, könnte man die Grenzkontrollen wieder lockern. Diese sind immer für einen kurzen Zeitraum geplant und werden ohnehin nur stichprobenhaft ausgeführt.

Finnland – Kalte Winter und rechte Stimmung

Die Finnen, die aus sprachlich-kultureller Sicht streng genommen nicht zu den Skandinaviern zählen, erkannten schon vor fünf Jahren die Zeichen der Zeit. Die Perussuomalaiset, die Wahren Finnen, erlebten bei der vorletzten Wahl 2011 einen Erdrutschsieg und erreichten über 19 Prozent aller Stimmen. Die Wählergunst erhielten die nationalkonservativen Wahren Finnen hauptsächlich von der enttäuschten Anhängerschaft der liberalen Mitte. Nach parteipolitischen Querelen formierte sich ein „breites Bündnis“ aus vier gemäßigten Parteien. Die Wahren Finnen blieben in der Opposition. Doch hielt dieser Status nur eine Legislaturperiode. Bei den Wahlen im vergangenen Jahr wiederholte sich der Erfolg der Nationalkonservativen. Dadurch ergab sich schließlich eine Koalition mit der liberalen Zentrumspartei und der wertkonservativen Nationalen Sammlungspartei, die über das Schicksal der kommenden vier Jahre entscheiden werden.

Zwar wurden 2015, ebenso wie in Norwegen, gut 30.000 Asylanträge eingereicht, allerdings schienen die „Flüchtlinge“ wenig Spaß bei den Lappen und Elchen zu haben. Vergangenes Jahr galt „Finnland als paradiesisch“, so titelte die WELT noch im Herbst 2015. Doch dann kam der lange, dunkle Winter. Bereits drei Monate später berichtete der Tagesspiegel, dass tausende Iraker lieber in ihr angeblich unsicheres Herkunftsland zurückreisten, als weiter im ungastlichen Norden zu bleiben. Einer der „Flüchtlinge“ äußerte sich wie folgt: „Ich weiß nicht, was mit mir im Irak passiert. Aber hier wird meine Seele sterben“. In diesem Januar schien sich nicht nur die Wirkung der Dunkelheit, sondern auch die der Wahren Finnen in der Regierung zu entfalten. Finnland kündigte Massenabschiebungen von zwei Dritteln der gesamten Asylsuchenden an.

Exkurs: Island – Das kalte Paradies

Bei der Fußball-EM in Frankreich war das Land in aller Munde. Insbesondere die archaischen Anfeuerungsrufe der isländischen Fans verbreiteten sich wie ein Lauffeuer bei den europäischen Teams. Zwar sprach es niemand offen an, aber die Attraktivität des Landes entstand nicht durch ihr fußballerisches Können, sondern durch ein Gefühl vormoderner Gemeinschaft, dass doch irgendwie noch in jedem von uns steckt. Der Sieg einer Handvoll homogener Wikinger gegenüber dem englischen Monetärfußball, der ein Aufgebot der besten Stämme Afrikas erkaufte, trieben den Leuten die pure Freude in die Herzen. Verwunderlich, dass niemand die Nazikeule auspackte.

Denn Islands Bevölkerung ist genetisch so homogen, dass in der Vergangenheit bereits Forschungsteams versucht haben, das Erbgut einer gesamten Nation zu entschlüsseln um Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson vorzubeugen.

Da fragt man sich, wie bei einem Genpool von 300.000 Bewohnern, verteilt auf einer Insel von der Größe der ehemaligen DDR, die Isländer noch nicht dem von Schäuble drohenden Inzest anheimgefallen sind, der angeblich ohne bunte Zuwanderung unsere 82 Millionenrepublik bedrohe.

Die WELT berichtete jedoch im Januar, dass viele Isländer gerne Flüchtlingen helfen würden. Ganz wurden sie vom medialen Gewäsch also nicht verschont. „Flüchtlinge sind potenzielle Arbeitskräfte, sie haben Erfahrung und besondere Fähigkeiten“, äußerte sich die Linksaktivistin Bryndís Björgvinsdóttir. Teilweise wurde den Flüchtlingen sogar der Flug bezahlt. Interessant ist hingegen, in welcher Größenordnung man sich bewegt. Zwischen 2011 und 2014 kamen 21 Flüchtlinge in den hohen Norden, nach Bemühen der besagten Dame erreichten ganze 35 Syrer Island. Es gab einfach niemanden, der in dem eisigen Land leben wollte.

Kein Wunder also, dass es in Island keine „rechte“ Partei gibt. Stärkste Kraft wurde 2013 die liberal-konservative Unabhängigkeitspartei (Sjálfstæðisflokkurinn), dicht gefolgt von der agrarischen Fortschrittspartei, der sozialdemokratischen Allianz und kleineren grünen, linken und liberalen Bewegungen. So gibt es weder stark linke, noch stark rechte Kräfte in der Politik. Island besitzt in ihrem 63 Mann starken Altthing, dem Parlament des Landes, keine wirklichen Flügelparteien. Neu formierte sich hingegen die Nationale Front Island, eine rechtsgrüne Bewegung, die aber noch in den Kinderschuhen steckt.

(Bild: Jimmie Åkesson, Vorsitzender der Schwedendemokraten, von: News Oresund, flickr, CC BY 2.0)

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2 Kommentare

  1. Das war ein klasse Beitrag, besten Dank an den Autor! Der Erfolg der Schwedendemokraten scheint zu zeigen, daß es in Schweden, das sicherlich eines der linkslastigsten und verrücktesten Länder der Erde ist, voran geht; ich las jedoch, daß es sich bei den Schwedendemokraten um „cuckservatives“ handeln soll. Das wäre schade. Die Finnen jedoch haben meinen vollsten Respekt, diese Abschiebeleistung wünsche ich mir auch für Deutschland.

    Wohlgemerkt: Herr Menzel hat vielleicht recht, daß eine bloße Remigration ja noch nicht dafür sorgt, daß man eine positive Identität wiedererlangt; dennoch muß man sagen, daß Minderheiten _immer_ versuchen werden, ihre eigene Gruppe zu stärken und über die Politik so Einfluss zu gewinnen. Wir haben zwar aus 5 Jahrzehnten Dritte-Welt-Migration keine Nobelpreisträger in Physik oder Chemie, dafür jedoch jede Menge Ausländer, die zum Intelligenzproletariat gehören und daher in die Politik gehen, um sich dort für ihre Gruppe stark zu machen. Daher erachte ich es als wichtig, daß man den Großteil der Dritte-Welt-Menschen loswird und höchstens Einwanderung aus europäischen Ländern zulässt. Ansonsten wird das noch böser enden, als es aufgrund Ressourcenknappheit sowieso schon enden wird.

  2. Ich bin durch einen Leserkommentar bei sezession.de auf diese Website gestossen und finde sie gut. Bitte senden Sie mir Ihre Beiträge regelmässig.

    Freundlicher Gruss und Dank

    Jürgen Graf

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