Permalink

2

Fußwaschung: Der Papst und die Asylbewerber

Am Gründonnerstag wusch Papst Franziskus Asylbewerbern die Füße und wird von den Medien für seine angebliche Demut gelobt. Jedoch zu Unrecht. Ein Beitrag von Moritz Preussner.

Die römisch-katholische Kirche feiert derzeit das „Triduum Sacrum“, die „heiligen drei Tage“, die mit dem Abendmahlsamt am Gründonnerstag beginnen und mit der Auferstehungsfeier des Ostersonntags enden. Am Gründonnerstag gedenkt die Kirche mehrerer entscheidender Ereignisse, die der Passion Christi vorausgehen, u.a. des letzten Abendmahls Jesu mit seinen Aposteln. Dort hielt er seine Abschiedsreden, setzte das Priestertum und vor allem die heilige Eucharistie ein.

Bevor er seine Apostel jedoch zu Priestern weihte, wusch er ihnen bekanntlich die Füße (Joh 13,1 – 15). Jesus Christus, der in der katholischen Kirche als Sohn Gottes und somit als Schöpfer und Erlöser angebetet wird, erniedrigte sich in diesem Akt selbst und brachte die von ihm geforderte Nächstenliebe (Mk 12,31) zum Ausdruck. Zugleich verdeutlichte er, dass Führung vor allem in vorbildlichem Dienst besteht: „Wenn nun Ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann sollt auch ihr einander die Füße waschen. Denn Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so tuet, wie Ich euch getan habe.“ (Joh 13,14f)

Bruch mit der Tradition

Um dieser Forderung Jesu nachzukommen und sein Beispiel zu veranschaulichen, waschen auch heute noch die Priester zwölf Männern in der Abendmahlsmesse des Gründonnerstags die Füße. Der Papst tut dies ebenfalls, nämlich in der päpstlichen Kathedralkirche, der römischen Lateranbasilika. Dort wäscht er zwölf Priestern die Füße. Papst Franziskus jedoch stellt sich nicht in diese Tradition. 2013 und 2015 besuchte er römische Gefängnisse, 2014 ein römisches Therapiezentrum für Menschen mit Behinderung und nun 2016 ein Asylbewerberzentrum in der nahe Rom gelegenen Kleinstadt Castelnuovo di Porto.

Bereits in den Jahren 2013 bis 2015 befanden sich unter den jeweils zwölf Personen Frauen und Muslime sowie 2015 ein Transsexueller. In diesem Jahr wählte er vier Katholiken aus Nigeria, drei Koptinnen aus Eritrea, drei Muslime aus Mali, Pakistan und Syrien, ein Hindu aus Indien sowie eine italienische Mitarbeiterin des Heimes. Wenige Tage zuvor hatte er zudem die Teilnahme von Frauen an der Zeremonie erlaubt, was jedoch nicht nur er in den letzten Jahren bereits praktizierte. Wie auch in den Jahren zuvor überschlagen sich auch 2016 die Medien wieder vor Begeisterung: Diese längst überfälligen Neuerungen seien Ausdruck echter Demut und Nächstenliebe.

Instrumentalisierung der Fußwaschung

Doch genau an dieser Stelle muss man einhaken: Kann man wirklich von echter Demut sprechen, wenn mit Traditionen gebrochen und dieser Bruch medienwirksam zur Schau gestellt wird? Beginnend mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962 bis 1965) haben viele kirchliche Würdenträger mit entscheidenden Traditionen der Kirche gebrochen und diese als notwendige Öffnung zur Welt bezeichnet. Papst Franziskus verstärkt diese Entwicklung jedoch, indem er viele Traditionen seiner Vorgänger ändert oder ganz abschafft – meist mit dem Hinweis, eine demütige und arme Kirche schaffen zu wollen, die den Menschen an den „existentiellen Rändern“ dient. Diese Problematik haben bereits Alexander von Schönburg und Martin Lichtmesz kurz nach dem Amtsantritt von Papst Franziskus analysiert.

Franziskus‘ teilweise drastische Änderungen schreibt man seiner angeblichen Spontanität zu, die jedoch von vielen, beispielsweise dem Vatikanisten Sandro Magister, bezweifelt wird. Auch die diesjährige Fußwaschung passt zur Agenda des Papstes: Zum einen kritisierte er wiederholt in den letzten Monaten die seines Erachtens mangelnde Aufnahmebereitschaft der Europäer gegenüber den Einwanderern. So appellierte er bei der Generalaudienz am 16. März: „Öffnet die Herzen und die Türen für die Flüchtlinge, die an den verschlossenen Grenzen warten!“ Dass an sich die Kirche gemäß der Bibel (zum Beispiel Gal 6,10), der Kirchenlehrer wie etwa Thomas von Aquin (ST I-II, Q.105, Art. 3) und der Kirchengeschichte nicht auf der Seite der „Multikulti“-Ideologen steht, sei aus Platzgründen nur am Rande bemerkt.

Zum anderen trifft sich seine Wahl Angehöriger unterschiedlicher Religionen für die Fußwaschung mit seinen Annäherungen an andere Religionen, wie er sie zum Beispiel in der Videobotschaft vom Januar zum Ausdruck brachte. Darin bezeichnete er alle Menschen, gleich welcher Religion sie angehören, als „Kinder Gottes“ und suggeriert, der katholische Glaube sei nur ein Heilsweg von vielen. Dieser religiöse Pluralismus und Relativismus, der mit der katholischen Lehre unvereinbar ist, spiegelt sich nun in der diesjährigen Fußwaschung wider.

Show-Demut vs. Demut

Die von den Medien vielgepriesene Demut des Papstes wird durch die Instrumentalisierung und Politisierung der Fußwaschung zur Show-Demut und damit wertlos. Es zeugt von größerer Demut, Traditionen zu bewahren und fortzuführen, anstatt sich durch Neuerungssucht und Anbiederung an den Zeitgeist zu profilieren. Sich freiwillig in den Schatten der Vorgänger zu stellen, entspricht der Demut, der wiederum wahre Größe entspringt (Mt 19,30).

Hätte Papst Franziskus die Fußwaschung wie üblich in der Lateranbasilika mit zwölf Priestern durchgeführt, hätten sich die säkularen Medien dafür nicht interessiert. Niemand hätte über die Demut des Papstes geschrieben, jedoch hätte man sie vorgefunden. Was jedoch fängt man mit dieser Erkenntnis an? Die Katholiken müssen für ihren Heiligen Vater beten – heute wohl mehr denn je. Alle anderen müssen lernen, zwischen Person und Sache sowie Amt und Amtsträger zu unterscheiden.

(Bild: Papst Franziskus, Presidência da Republica/Roberto Stuckert Filho – Agência BrasilCC BY 3.0 BR)

Verwandte Themen

Der Papst und die „Flüchtlinge“ https://www.youtube.com/watch?v=7Or5LiOI4zo
Für Terroristen beten? Es rauscht mal wieder im digitalen Blätterwald: Erst wäscht der Papst abermals medienwirksam Asylbewerbern – darunter auch Moslems – die Füße, dann fordert die ewigwährende EKD-Päpstin Margot Käßmann,...
Der missbrauchte Samariter der Bibel In der Flüchtlingskrise sind die Staatskirchen klar auf Linie der herrschenden Multikulti-Apostel. Dazu sind sie sich nicht einmal zu schade, die Bibel zu entstellen und zu instrumentalisieren. Um Wei...

2 Kommentare

  1. >>Dieser religiöse Pluralismus und Relativismus, der mit der katholischen Lehre unvereinbar ist, …<< Kardinal Ratzinger, Papst Benedikt XVI. , machte immer wieder den Relativismus der westlichen Welt für diverse Probleme des Westens und für die Kirche verantwortlich.

    Ausführlich dargestellt in dem Buch von ihm und Marcello Pera, Präsident des italienischen Senats: "Ohne Wurzeln: Der Relativismus und die Krise der europäischen Kultur."
    Sehr lesenswert.

  2. Kirchenabfall

    Ein Mensch, der den Koran gut kennt
    und ihn daher nicht göttlich nennt,
    sieht dort den Boden vorbereitet,
    dass Mord und Totschlag sich verbreitet.
    Ein Moslem, wenn er gläubig ist,
    ist potentiell ein Terrorist.
    Die Nazis schätzten den Islam,
    der ihrem Denken nahe kam,
    quittierten es mit Hohngelächter,
    dass Mohammed, der Judenschlächter,
    sechshundert Juden, ganz gewiss,
    enthauptet in die Grube schmiss.
    Der Judenhass steckt im Koran,
    er ist zentral von Anfang an.
    Dass dies die Kirche nicht erkennt
    und sich nicht klar vom Bösen trennt,
    ist eine Schande, ein Skandal:
    Ihr Geist versagt zum zweiten Mal.
    Die Pfarrer schrien einst „Sieg Heil“,
    heut finden sie den Mufti geil.
    Der Kuss des Papstes war das Zeichen,
    dass Bibel und Koran sich gleichen,
    und dass er sich in Ehrfurcht neigt
    vor dem Islam und Demut zeigt.
    Irrlehren lehrt der Vatikan
    und gleicht sich Satans Wesen an:
    Der Christengott sei Allah gleich,
    sein Paradies gleich Himmelreich,
    wo ewiglich die Freude lacht,
    für den, der Christen umgebracht?
    So kann der Antichrist nur lehren
    und Jesu Göttlichkeit verkehren.
    Was man einst Christentum genannt,
    ist heute als „Chrislam“ bekannt.
    Gottloser als zu Nazizeiten
    ist das, was Kirchen heut verbreiten.

    Helmut Zott

    %%%%%%%%

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.