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Helft den Kindern vor Ort, bevor ganze Familien flüchten!

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Bereits im letzten September, als der Höhepunkt der Asylkrise erreicht war, berichtete ich über die 13 Millionen Kinder im Nahen Osten und Nordafrika, die keine Schule besuchen können. Aus meiner Sicht muß der Westen noch viel mehr Geld in Exilstädte für Flüchtlinge investieren, wo insbesondere die Kinder weiter von einheimischen Lehrern, die selbst ihre Heimat verlassen mußten, unterrichtet werden könnten. Eine solche Investition ist in unserem absoluten Eigeninteresse, denn aus dem letzten Jahr wissen wir, daß Familien dann beginnen zu migrieren, wenn sie keine Lebenschancen mehr für ihre Kinder sehen.

Viele von uns würden genauso handeln. Man kann selbstverständlich fordern, daß jedes Volk für die Befreiung der eigenen Heimat auch kämpfen muß. Das betrifft die jungen, kräftigen Männer, bei denen völlig unverständlich ist, warum wir sie in so großer Zahl nach Deutschland einwandern lassen. Bei den Familien sieht das allerdings etwas anders aus. Wenn meine Kinder keine Möglichkeit hätten, eine Schule zu besuchen, würde ich mir auch Gedanken machen, welche Schritte notwendig sind, um dies zu ändern.

Heute nun erschien der UNICEF-Report 2016 mit dem Titel „Flüchtlingskindern helfen“. Die darin präsentierten Fakten zeigen, daß uns die Flüchtlings- und Asylproblematik aufgrund der Überbevölkerung das gesamte 21. Jahrhundert begleiten wird. 2015 wurden 16 Millionen Babys in Konfliktregionen geboren und weltweit können 75 Millionen Kinder und Jugendliche keine Schule besuchen.

Was hilft dagegen? Entwicklungshilfeminister Gerd Müller (CSU) betont richtigerweise: „Jeder Euro, den wir in Krisenregionen in den Bau von Schulen, Bildungschancen für Mädchen, Sportprogramme oder in Trauma-Behandlung investieren, erzielt vor Ort ein Vielfaches an Wirkung.“ Dennoch gibt die Bundesregierung hauptsächlich Geld für Flüchtlinge aus, die es bis Deutschland geschafft haben, und verteilt ihre Entwicklungshilfe weiter nach dem Gießkannenprinizip.

Was muß sich also ändern?

  1. Es ist kein Problem für Deutschland, die Exilstädte der Flüchtlinge zu entlasten, indem man jährlich 20.000 Menschen aufnimmt. Alle anderen westlichen Staaten müssen das genauso machen.
  2. Rund 90 Prozent unserer Ausgaben für Flüchtlinge müssen aber in die Exilstädte in der Nähe der Krisenregionen fließen. Vor Ort können wir viel mehr Menschen helfen als in Deutschland, wo die Pro-Kopf-Ausgaben um ein Vielfaches höher wären. All die anderen Probleme der Masseneinwanderung sind dabei noch nicht einmal mit berücksichtigt.
  3. Entwicklungshilfe kann im 21. Jahrhundert nur eine Zielsetzung haben: Massenmigrationen vermeiden! Das heißt: Entwicklungshilfe dürfen wir nur zahlen, wenn die Menschen der entsprechenden Krisenregion in ihrer Heimat bleiben bzw. wenn sich Staaten zugleich verpflichten, illegale Einwanderer unverzüglich zurückzunehmen. Es kann nicht sein, daß über 700 Millionen Euro nach Nordafrika fließen wie 2015 und wir uns dann auch noch um die Kriminellen dieser Länder kümmern müssen. Deshalb: Kein Cent Entwicklungshilfe für Staaten, die illegale und kriminelle Einwanderer nicht zurücknehmen!
  4. Statt den kräftigen, jungen Männern, die es mit Hilfe von Schleppern und viel Geld über das Mittelmeer bis nach Deutschland geschafft haben, zu helfen, müssen wir im Rahmen unserer Möglichkeiten die Ärmsten der Armen unterstützen und das sind diejenigen, die hungern. 795 Millionen Menschen weltweit leiden an Unterernährung und jeden Tag sterben 30.000 Menschen, weil sie nicht genug zu essen haben.
  5. Ein chinesisches Sprichwort besagt: “Wenn du einen Freund hast, schenke ihm einen Fisch. Wenn du ihn wirklich liebst, lehre ihn fischen.“ An diesem Grundsatz der Hilfe zur Selbsthilfe muß sich Entwicklungshilfe orientieren. Die utopische Idee globaler Gerechtigkeit folgt jedoch dem Ansatz, die Fische zu verschenken, und wird deshalb niemals dafür sorgen, daß Menschen sich aus eigener Kraft einen anständigen Wohlstand  erarbeiten können.

Voraussetzung sowohl für die Exilstädte, mehr Schulen für Flüchtlingskinder als auch die Hilfe für die Ärmsten der Armen ist allerdings ein grundsätzliches Umdenken der politisch-medialen Klasse. Sie muß einsehen, daß die beste Hilfe für Fremde ist, wenn das eigene Gemeinwesen gut funktioniert und so Spielraum dafür entsteht, anderen in begrenztem Maße in ihrer Heimat helfen zu können. Derzeit machen wir genau das Gegenteil: Wir riskieren gerade eine „Globalisierung des Südens“, also eine Angleichung unserer guten Lebensverhältnisse an die Krisenregionen der Welt. Sowohl für die Einheimischen, denen die Politiker in erster Linie verpflichtet sind, als auch für die Notleidenden dieser Welt ist dies die unvernünftigste Strategie.

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Bild: Elisa Finocchiaro, flickr, CC BY-NC-SA 2.0

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Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

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  1. Manchmal ist es auch hilfreich, Leute in „brodelnden“ Gebieten kämpfen zu lassen, und zwar für ihre Freiheit und eine bessere Zukunft.

    Ja sie haben richtig gelesen: ich denke es ist auch wichtig, sich eine gute Zukunft zu erkämpfen.
    Wenn manche Länder zerbrechen und es nur noch Haß und Elend gibt, dann ist ein Kämpfen unausweichlich.
    (Solche Leute nach Deutschland zu importieren, wie wenn nichts falsch wäre, ist nicht der richtige Weg.)

    Antworten

    • Ja.
      Der Spruch „Fluchtursachen bekämpfen“ ist doch absolut sinnlos.
      Oder fühlt sich Deutschland so großkotzig/mächtig, dass es meint, seinen langen Arm in jede noch so entfernte abgelegenen Gebiete strecken zu können, um dort dann Recht und Ordnung reinzubringen?
      Schwachsinn.

      Deutschland ist nicht dafür verantworlich wie andere Leute in anderen Ländern leben sollen. Deutschland ist doch keine Welten-Polizist, der anderen Leute weit weg… Sachen vorschreiben muss.
      Leute in anderen Gebieten müssen selber die Freiheit habe zu entscheiden, wie sie leben wollen und wie sich ihre Gesellschaft entwickeln soll (***).

      (***) Kämpfen gehört da übrigens auch dazu.

      Antworten

    • „Fluchtursachen bekämpfen“.

      Was gehen mich fremde Leute in fremden Erdflecken an?
      Aussengrenzen dicht machen, und die entfernten Leute es selber austüfteln lassen… ist auch eine Lösung.

      Antworten

      • Was nicht heissen soll, dass Helfen in irgendeiner Weise verboten sein soll.
        Im Gegenteil: wenn jemand in fremden Ländern hilft, ist das zu würdigen.

        Aber wer glaubt, dass Deutschland die Probleme fremder Länder lösen kann, der hat wohl nicht die richtige Verhältnismäßigkeit in seinen Ansichten.

        Antworten

  2. Hier mache ich mal eine „positive“ Unterstellung, Herr Menzel. Ich glaube, dass Sie ahnen, was ich zu wissen glaube. Naemlich: Die Masseninvasion aus Afrika ist unausweichlich. Sie versuchen irgendwie einen assoziativen Rettungsanker auszuwerfen, was ich gegenueber meiner Verwandtschaft ebenfalls tue, allerdings total anders. Ganz klar haben Sie Recht, werden aber ungehoert bleiben, da dieses groteske Gebilde aus BRD und Europa lieber Geld fuer Unsinn ausgibt, solange Komiker, Traumtaenzer und Realitaetsverweigerer regieren. Sie sind jetzt 30, also etwa so alt, als ich anfing Stasiopfer zu suchen, mit katastrophalen Folgen: Hausdurchsuchungen, erneute Rechtsbeugung gegen mich und unterlassene Hilfeleistung durch Polizei. Ich kann nicht sagen, ob das Folgende „gutes Deutsch ist“, da es wie Hallervorden klingt: Sie werden bekaempft werden. Meine Kameraden und ich sind viele Schritte weiter, was ABSOLUT NICHT HEISST, dass ich Ihnen irgendwas Negatives unterstelle: 1.) Wir suchen gemeinsam Wege, unsere juengeren weiblichen Verwandten aus D. heraus zu holen; da wir von der Pluenderungs-Invasion ueberzeugt sind. 2.) Da wir nicht an friedliches Zusammenleben glauben, helfen wir bei Vorrichtungen in Garagen, Fahrzeugen, Kellern, und Wohnraeumen. Und nehmen dabei gern Ratschlaege aus Brasilien und Ungarn an. 3.) Wir helfen Kindern, sich auf Raub, primitievste Niedertracht (durch R..a), Essen stehlen usw. vorzubereiten. 4.) darf ich nicht schreiben, verstoesst gegen alle Netiquetten, hat was damit zu tun, was man macht, wenn man einen oder mehrere Bereicherer in der eigenen Wohnung „stellen“ kann.

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  3. Das sind, Herr Menzel, sicherlich löbliche und sinnvolle Vorschläge — zumindest dann, wenn die 20.000, die jährlich aufgenommen werden, auch wirklich wie Asylanten nach bestimmter Zeit in ihre Heimat zurückgeführt werden. Jedoch muß man vor allem eines bekämpfen: den Geburtenüberschuss.

    Heinsohn hat ja in „Söhne und Weltmacht“ geschrieben, daß eben der Westen durch seine Bekämpfung des Hungers sich die jungen kampfwütigen Männer herangezüchtet hat. Es bringt nichts, Menschen zu füttern, ohne daß man sozusagen die Pille verteilt. Die Geburten müßen zurück, da auch nach Stanton die islamische Welt „pervers hohe“ Geburtenraten pflegt. Die Palästinenser kommen gar auf 8 Kinder pro Frau! Nach Heinsohn hat sich die islamische Welt verachtfacht. Das ist nicht normal.

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    • Absolute Zustimmung. Mit der Bekämpfung des Geburtenüberschusses habe ich mich schon mehrfach beschäftigt. In diesem Beitrag ist das nicht explizit genannt, aber verlinkt bei „Überbevölkerung“.

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