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Neue Studie: Wirtschaftswachstum durch Flüchtlinge / Stimmt das wirklich?

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Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hat eine Studie herausgebracht, der zufolge die jüngste Zuwanderung das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) bis 2020 um insgesamt rund 90 Milliarden Euro erhöhen wird. Die Asylkrise sorgt also für Wachstum. Wachstum ist geil. Die Wirtschaftsmigranten besorgen den Deutschen (bzw. denen, „die vorher da waren“) also Jobs, anstatt sie ihnen wegzunehmen. So viel Fortschritt seit den Neunzigern!

Wir haben nicht einfach abgeschrieben, sondern uns die Studie mal angeschaut. Die Zahl von 90 Milliarden entspricht etwa den addierten Kosten für Unterbringung, Verpflegung, Integration, Familiennachzug usw. bis 2020. Diese Ausgaben wurden einfach in das BIP hineingerechnet, ebenso wie die Beseitigung eines Sturmschadens oder den Aufräumarbeiten nach einer Flut.

Jährliche Kosten für „Flüchtlinge“ zwischen 20 und 30 Milliarden Euro

Die Kosten für die Asylkrise als solche werden für 2017 allein voraussichtlich 22 Milliarden Euro betragen. Man erwartet einen jährlichen Anstieg bis 2020 auf mehr als 28 Milliarden Euro. Vielleicht bekommt man das Geld durch die Steuer- und Sozialabgaben zurück. Das ist ein großes „Vielleicht“, denn es hängt davon ab, ob die Wirtschaftsmigranten einen ordentlichen Arbeitsplatz finden – mit Mindestlohn, Krankenversicherung, Rentenversicherung, Bausparvertrag, etc.

Schon werden Stimmen laut, dass das deutsche Bildungssystem nicht integrationswillig ist, ausländische Abschlüsse nicht anerkannt werden und deshalb unbürokratische Lösungen gefunden werden müssten. Die reale Qualifikation soll auch von jemandem geprüft werden und wieder ist eine Arbeitsstelle mehr geschaffen, obwohl natürlich längst bekannt ist, dass die Qualifikation von Migranten und gerade von Flüchtlingen viel geringer ist als von Einheimischen.

Die Gewinner der Asylindustrie

Mehr als 50.000 Deutsche haben einen Job durch den „Ansturm auf Europa“ erhalten. Zehntausende weitere Stellen im öffentlichen Dienst für die Integration wünscht sich der Beamtenbund (dbb). Diese sind auch nötig. Zum Beispiel bei der Polizei, weil viele Bürger vor den Schutzsuchenden Schutz suchen müssen.

Diese Kosten trägt der Staat, steuergeldfinanziert. Außerdem werden Integrations- und Sprachkurse bezahlt, ebenso, wie die Immobilienbesitzer, die Rentner aus ihren betreuten Wohneinrichtungen rausschmeißen, da bei den Hoffnungsträgern der deutschen Wirtschaft das Staatssäckel ein wenig lockerer sitzt. Die Gewinnler der Asylindustrie verkonsumieren das Geld, ebenso wie die nicht erwerbstätigen Wirtschaftsmigranten bis 2020 jährlich 16 Milliarden verkonsumieren werden. Steuerrückfluss findet bei diesen traurigen 50 Prozent der 2015 angekommenen Weltenbummler nur im Rahmen der Mehrwertsteuer statt.

Findet wirklich jeder zweite Flüchtling schnell einen Job?

Die Rechnung des IW geht so nur auf, wenn bis 2020 auch wirklich die Hälfte einen entsprechenden Job hat und das bedeutet, dass jährlich mehr als fünf Prozent der heute Erwerbslosen in Arbeit kommen müssen und keiner mehr seinen Job verliert.

Durch die stetig steigenden Aufwendungen für die Integration steigt der Gesamtumsatz in Deutschland, allerdings sinken das Einkommen und der Umsatz pro Kopf. Das bedeutet, die Verteilung wird immer ungleicher. Was wächst, ist die Unterschicht. Prima. Da kurbeln wir aber kräftig die Wirtschaft an, während der Bund deutscher Industrieller (BDI) nach qualifizierten Fachkräften schreit. Nur zeigen Vertreter wie der neue Präsident des Verbandes, Dieter Kempf, diesmal nicht wie ein Kind vor dem Süßigkeiten-Regal auf die minderjährigen unbegleiteten Asylforderer, die an den Grenzen Europas ihr Heerlager aufgeschlagen haben. Der Drops ist auch für ihn gelutscht.

Wirtschaftsvertreter wollen gesteuerte Zuwanderung als Alternative zum Massenansturm

Für ihn gehört nun eine „gesteuerte Zuwanderung“ auf „die Tagesordnung“. Vor allem andere EU-Bürger sollen nun zum Zuzug angeregt werden, um Merkels Politik der offenen Grenzen mit wenigstens ein bisschen Kompetenz und Expertenwissen in mittelständischen Unternehmen auszugleichen. Niemand kommt dagegen auf die Idee, im deutschen Schulbetrieb endlich aufzuräumen. Dafür gibt es schließlich keine starke Lobby.

Die Konzerne in Deutschland haben diese Lobby und sie wird nicht müde, mehr Einwanderer zu fordern, um billige Arbeitskräfte zu generieren. Diese Forderung mit angeblichem Wirtschaftswachstum zu rechtfertigen, ist aber schon selten albern. Schließlich sind aktuell ca. 406.000 Flüchtlinge in Deutschland als „arbeitssuchend“ registriert. Obendrauf kommen dabei noch die Unregistrierten. Und, ja, war da noch was? Ach ja! Von den schon länger in Deutschland lebenden Migranten sind auch noch einmal weit über 600.000 arbeitslos. Insgesamt müssten wir also über eine Million Flüchtlinge und Migranten in Arbeit bringen. Das dürfte ein Ding der Unmöglichkeit sein.

Beitrag von Martin Bader. Bild: Pixabay

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2 Kommentare An der Unterhaltung teilnehmen

  1. Ein vermeintliches Wirschaftswachstum, weil viele Asylanten hier sind, und im Schnellrestaurant Dönner essen, und im Supermarkt ein bischen etwas einkaufen, neutralisiert sich sehr schnell wieder; durch das Geld welches in die Asylanten hineingesteckt werden muss.

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  2. Tja liebe Steuersklaven, Schlafschafe und Zahldrohnen, vielleicht bei der nächsten Wahl etwas mehr „Eier“ haben und nicht immer die gleichen Systemparteien wählen – dann klappts auch mit Der Lösung des Raubnomaden…

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