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„Passt Euch gefälligst an die Flüchtlinge an, Ihr dummen Deutschen!“

Eine schnelle und leichte Art, seinen Ruf zu schädigen und sich selbst zur Persona non grata zu machen, ist die, „Einwanderungskritik“ zu betreiben. Wer „Flüchtlinge“ nicht willkommen heißt, überhaupt etwas an „Einwanderern“ auszusetzen hat, oder es sogar so weit bringt, von „Überfremdung“ zu sprechen, der stellt sich außerhalb des hinreichend erträglichen Lebenszusammenhanges der „rechtsstaatlich gesicherten Zivilgesellschaft“. Als politisch Stigmatisierter kann er nun am eigenen Leib erfahren, was es heißt, de facto Bürger minderen Rechts, im Gegensatz zum vollangepassten Bürger – zum Vollbürger –, zu sein: von nun ab ist er ein Störenfried, und als solcher grundsätzlich im Unrecht. Ein Beitrag von CARLOS WEFERS VERÁSTEGUI.

Der unterschwellige, sich selbst versöhnend dünkende, selbstgerechte Gedanke dabei ist, dass diese Störenfriede gesellschaftlicher Harmonie – von „Multikulti“, von „Deutschland ist ein Einwanderungsland“ und von „deutscher Realität“ – nicht schlechtweg böse sind: es sind vor allem verirrte Mitbürger, d.h. Menschen, die nicht „richtig“ sozialisiert“ worden oder ganz schlecht „angepasst“ sind, und deshalb auf die Barrikaden gehen.

Erklärungsnot treibt die Entwicklung von Wunderwaffen voran

Dieser neueste Versuch, sich ein vollkommen stimmiges Bild vom „fremdenfeindlichen Deutschen“ zusammenzubasteln, hat seinen guten Grund: die üblichen Argumente, die alle längst abgegriffene Allgemeinplätze sind, die der Ignoranz, Kleinkariertheit und Bildungsferne – mit allem, was dazu gehört: irrationale Angstgefühle, Neid, Missgunst, Übelwollen, Ressentiment –, ziehen nicht mehr, wenn es darum geht, sich und anderen das abweichende Verhalten „unserer Mitbürger“ zu erklären.

In ihrer Verlegenheit und Erklärungsnot ist das angepasste Menschentum und Vollbürgertum der Gutmenschen erfinderisch geworden: „fehlende Anpassung“ heißt nun die Wunderwaffe, die den unverbesserlichen  Störenfried, da dieser nicht zur Räson zu bringen ist, mittels einer politisch-moralischen und, daraus resultierend, journalistischen Schnelldiagnostik disqualifizieren soll.

„Reaktionäre“ haben das Unrecht historisch gepachtet

Bereits die Dinosaurier mussten sich den Vorwurf fehlender Anpassung gefallen lassen – freilich 65 Millionen Jahre nach ihrem Verscheiden. Deutschen Einwanderungskritikern und unwilligen Mitbürgern – den Störenfrieden –, die gegen den sozialen, ethnischen und ethischen Ausverkauf ihres Landes protestieren, wird er immer wieder gemacht. Auch die Unterstellung von „Angst vor Veränderung“ und der „Unfähigkeit“, sich gesellschaftlichen Veränderungen anzupassen, ist längst klassisch: erhoben wird er seit gut zwei Jahrhunderten von Fortschrittlern und Linken in ihrem Kampf gegen Bestehendes. Damals wie heute geht es darum, zu beweisen, dass die Verteidiger der alten oder noch bestehenden Gesellschaftsform als „Reaktionäre“ historisch nicht im Recht sein können: die ganze „Entwicklung“ spricht und arbeitet gegen sie.

Selten blöd ist, wer unsinniges Zeug für klug hält und dumm nachplappert

Besonders klug meinte es im September eine Redakteurin der Huffington Post, die folgendes über ein besonderes Kollektivum von unverständigen Ewiggestrigen zu berichten wußte: „Das sind Menschen, die eine entscheidende Sache nicht verstanden haben. Etwas, das Stephen Hawking, eines der größten Genies unserer Zeit, einmal gesagt hat. Dieser Satz von Stephen Hawking bringt die Flüchtlingskrise auf den Punkt: ,Intelligenz ist die Fähigkeit, sich dem Wandel anzupassen.ʼ Und diese Fähigkeit fehlt gerade sehr vielen Menschen in Deutschland. Die Welt verändert sich, egal ob wir das wollen oder nicht. Es ist also dumm, sich dem Neuen und Fremden zu verweigern. Das gilt für die Erforschung des Weltraums genauso wie für die Flüchtlingskrise, die eine der größten Herausforderungen unserer Zeit ist.“

„Widerstand ist zwecklos“

Trotz der offensichtlichen Infantilität und Naivität der Redakteurin: sie liegt goldrichtig, angefangen bei der Wortwahl bis hin zu ihrem genialen Gewährsmann, dem, vom Atheismus geradezu besessenen, bekennenden „Trekkie“ Stephen Hawking. Wem fielen dabei nicht folgende, aus der Science-Fiction Serie „Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert“ altbekannte Sätze ein: „Wir sind die Borg. Deaktivieren Sie Ihre Schutzschilde und ergeben Sie sich. Ihre Kultur wird sich anpassen und uns dienen. Widerstand ist zwecklos.“ Trotz des Sci-Fi-Kauderwelschs, das ist genau die Bedeutung der Zeilen der Redakteurin von der Huffington Post.  Es geht nämlich bei beidem um die Feststellung, erstens, dass der Gegner, ohne sich dessen bewusst zu sein, eigentlich ohnmächtig ist; er ist längst geschlagen, auch wenn er das nicht weiß; zweitens, dass er sich im Irrtum befindet bzw. im Unrecht ist; und, drittens, dass er besser täte, sich zu assimilieren.

Machiavelli lässt grüßen

Mit der Behauptung, es sei „dumm, sich dem Neuen und Fremden zu verweigern“, hat die Redakteurin, die, nebenbei bemerkt, den abgeschmacktesten Fatalismus predigt, nicht die letzte Konsequenz aus ihrer eigenen Aussage gezogen. Sie wollte eben nur die vielen unverständigen „Menschen in Deutschland“ peinlich berühren, genau da treffen, wo´s richtig weh tut, nämlich bei der „Intelligenz“.

Wirklich peinlich und zugleich rührend ist es aber anzusehen, wie viel sich unverständige Redakteurinnen von der Huffington Post auf die „Intelligenz“ überhaupt einbilden, was sie dadurch zum Besten geben, dass sie intellektuelle Anleihen bei gemeinhin für besonders intelligent gehaltenen Celebreties tätigen. Dabei hat „eines der größten Genies unserer Zeit“ Stephen Hawking, ganz unabhängig davon, in welchem Kontext er das gesagt hat, großen Unsinn verzapft mit seiner Aussage, die gar nicht von ihm stammt und auch so neu nicht ist: bereits Machiavelli hat in viel geistreicherer und konsequenterer, wenn auch unmoralischer Weise im „Fürsten“ den Ratschlag der „Anpassung“ im Sinne des erfolgsversessenen Opportunismus, Relativismus und Agnostizismus erteilt.

„Intelligenz“ als Moralkeule

In der irrigen Annahme, dass es wohl für die eigene Intelligenz spräche, den alten Kohl von vorgestern, wiederhervorgewürgt und wiedergekaut von einem populären Astrophysiker, vor aller Augen für bare Münze und der Weisheit letzter Schluss zu nehmen, hat dieser peinliche Aufruf „an die Intelligenz“ seine ganze Erbärmlichkeit und Bodenlosigkeit zu erkennen gegeben.

Auch spricht das Zitat weder für Hawkings eigene Intelligenz, noch ist es sehr intelligent, ihn als moralisches Argument, als Moralkeule für die „Anpassung“ zu nehmen. Gerade die niedersten Lebensformen sind es – die Einzeller, die Ameisen, die Ratten, die Kakerlaken, die Unkräuter und überhaupt alles, was zum Schädling und zur Plage werden kann –, die sich ganz hervorragend „anzupassen“ wissen. Und unter den Menschen sind es die primitiven, die ruch- und skrupellosen und sittlich ganz weit unten stehenden Existenzen, die Wetterfahnen, die Wendehälse und die Söldnerseelen, die wahre Meister der Anpassung sind.

Man sieht, weit ist es nicht her mit der „Anpassung“ als eines darwinistisch-pragmatistischen Prüfsteins für die moralische, intellektuelle und entwicklungsgeschichtliche Überlegenheit und Güte der betreffenden Existenzen sowie ihres entsprechenden Verhaltens. Das anzunehmen oder auch nur anzudeuten, kann einem höchstens im Rinderwahn, oder im Humanitätswahn, was auf dasselbe – schwammiges Gehirn – hinausläuft, geschehen.

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Bild: certified su, flickr, CC

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1 Kommentar

  1. Ein analytisch meisterhafter Artikel, vielen Dank, meine Spende ist sicher. Das ist genau das Gegengift, das man nach einem Besuch der MSM benötigt.

    Jemand sollten im übrigen der Frau sagen, daß es mit der Raumfahrt bald vorbei sein wird, wenn weiße Europäer, Ashkenazim-Juden und nun auch Nordostasiaten keine Kinder mehr bekommen, vor allem die Intelligenten, denn nur diese Ethnien sind technisch begabt. Was haben Moslems oder gar Schwarze zur Wissenschaft und Technik schon beigetragen? Wie soll auch ein Land wie Syrien, das einen mittleren IQ von 84 aufweist, großartige wissenschaftliche Leistungen vollbringen? Die Intelligenz reicht dafür nicht aus. Und die technische Begabung der Moslems ist sowieso mäßig.

    Mit unseren Gesellschaften geht es bergab, einzig Japan scheint noch ein Lichtblick zu sein, da technisch gut dabei und laut englischer Wikipedia immerhin zu 98,5% homogen.

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