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Schüler müssen in Container, damit „Flüchtlinge“ in Schule können

Vor einigen Tagen sorgte eine Meldung aus Bad Homburg für Aufsehen. 60 Kinder eines Horts müssen aus ihrer Kita raus, damit „Flüchtlinge“ dort untergebracht werden können. Die Kinder sollen nun in Containern unterkommen. In Nordhorn an der holländischen Grenze droht gerade das Gleiche: In die dortige Anne-Frank-Schule sollen ab 1. Februar 2016 500 „Flüchtlinge“ einziehen.

Zu dieser Entscheidung kam es, weil die Asylbewerber bisher in Turnhallen untergebracht sind, die für den Vereins- und Schulsport wieder frei werden sollen. Einige Schüler der Anne-Frank-Schule müssen deshalb bald in „mobile Klassenräume“ umziehen. Gemeint sind mit dieser verniedlichenden Umschreibung Container.

Nun müßte man eigentlich annehmen, daß sich die Politik zwar viel leisten kann, aber (noch dazu behinderte) Kinder vor die Tür setzen, das geht doch zu weit und dürfte größeren Widerstand auslösen. Aber leider weit gefehlt. In Nordhorn sind gerade einmal 40 Bürger „gegen die Schließung von Schulen und Sporthallen für Flüchtlinge“ auf die Straße gegangen.

Und was geschieht andernorts? Die AfD Sachsen sammelt Unterschriften für einen Volksantrag, um die Unterbringung von Asylbewerbern in Schulgebäuden verbieten zu lassen.

Meine Meinung: Zumindest in Schulen, Kitas und Turnhallen dürften niemals Asylbewerber oder Flüchtlinge einquartiert werden. Die Bildung und Erziehung unserer Kinder muß hier einfach vorgehen. Eigentlich sollten dies sogar Linke begreifen können, aber wir leben eben in einem verrückten Land, in dem es keine Selbstverständlichkeiten mehr gibt.

(Bild: Notunterkunft für Asylbewerber, Franz Ferdinand Photography, Flickr, CC)

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Autor: Felix Menzel

Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

10 Kommentare

  1. Das ist bitter. Gerade wenn es an die Bildung unserer Kinder geht, hätte ich mit mehr Widerstand gerechnet. Das heißt, daß die Menschen entweder die Überfremdung befürworten, oder aber eingeschüchtert durch den Bombast an Beschulidungen (Rassist und anderer Quatsch) sind, oder eben einfach nur träge.

    Da Linke meist keine Kinder haben und gering gebildet sind, dürfte ihnen die Zukunft Deutschlands und Europas im Allgemeinen jedoch egal sein. Im Zweifelsfall schießt man sich eine Kugel vorn Kopf, dann ist die Sache für den Linken gegessen. Wem etwas an der Kultur Europas liegt, der würde sich gegen die Zerstörung wehren. Altsprachen helfen hier, wie auch die Lust am Lesen klassischer Texte, oder auch das Hören klassischer Meisterwerke und Betrachten von großartiger Kunst. Die Wissenschaft ist hier weniger wertend, da nun auch die Nordostasiaten sich einiges angeeignet haben. Aber Kunst, das war zumindest einmal die Domäne Europas.

    Dieses Erbe darf nicht untergehen, es ist zu wertvoll um es an ungebildete Linke und Einwanderer zu verlieren, die nur auf den nächsten (Konsum)-Fix aus sind.

  2. Ich wohne in Nordhorn. Von der Aktion habe ich nichts gewusst.
    Hätte ich davon gewusst, wäre ich auch mit gegangen, auch wenn
    ich kein Kind auf dieser Schule habe.

  3. Das macht mich so wütend. Ich kann mich kaum beruhigen.
    Es ist eine solche Schande. Wer entscheidet darüber eine Kita in Beschlag zu nehmen.
    Es ist so unglaublich und nicht fassbar.
    Mir kommen da die Tränen.
    Alle die für diese Zustände mit verantwortlich sind,sich direkt und auch indirekt daran beteiligen gehören bestraft.
    Mit gewaltigen Bußgeldern die all den betroffenen Kindern und Eltern zugute kommen.

  4. Selbstverständlich müssen mal wieder die Schwächsten der Gesellschaft der Unterbringung von „Flüchtlingen “ weichen. In Nordhorn werden behinderte Kinder aus ihrer Schule vertrieben, damit diese für „Flüchtlinge “ genutzt werden kann. Es interessiert die Verantwortlichen dabei kein Stück, dass sich gerade behinderte Kinder mit Umstellungen sehr schwer tun. Ich glaube mittlerweile, selbst wenn dadurch Kinder traumatisiert werden sollten, ist das den Regierenden völlig egal, sind ja nur ein paar behinderte Kinder. Sowohl der SPD als auch der CDU und CSU gehören die Namen gekürzt, diese Parteien sind weder sozial noch christlich.
    Auch wenn es nicht viel bringt, habe ich es geteilt.

  5. Ja…die armen Kinder.
    Man bedenke jedoch: Hier wird suggeriert, dass der Raum beim Lernen eine wichtige Rolle spielt. Doch genau das ist nicht der Fall…qualitative Pädagogik wird nicht über den Raum bestimmt.

  6. Kiinder in Containern, Azubis fliegen aus Wohnheimen, Alte und Pflegebedürftige müssen überstürzt aus ihrem alten Pflegeheim in eine noch unfertiges übersiedeln… Da wundern sich noch gewisse Politiker, Medien und sonstige „Willkommensgeschädigte“, daß die Stimmung im Volke langsam aber sicher umschlägt ?
    Um klar zu stellen, auch ich finde es menschenunwürdig, „Flüchtlinge“ oder „Asylsuchende“ in Massenunterkünften wie Turnhallen, Zeltlagern,geschlossenen Baumärkten ect. unterzubringen.
    Jeder normal Denkende hätte jedoch dieses Problem vorhersehen können und mit einer geregelten Einwanderung gegensteuern können. Aber Mutti Merkel mußte mitsamt Konsorten ja wieder einmal einen Alleingang starten, welcher nicht nur Deutschland schon jetzt an den Rand seiner Möglichkeiten bringt, sondern Deutschland auch in Europa mehr und mehr isoliert.
    Manchmal frage ich mich schon, wieviel IQ nötig war, um in der DDR ein Studium der Physi erfolgreich abschließen zu können.

  7. Ich lebe in Nordhorn. Der Sachverhalt wird hier falsch dargestellt. Die Vechtetalschüler, die bisher rin der Anne-Frank-Schule untergebracht waren, sind nun zurück an ihrem Stammsitz. Vorläufig in mobilen Klassenzimmern, die aber nun wirklich nicht mit dem Begriff Container umschrieben werden können. Sie sind akzeptiert. Die Schulleitung, die Lehrer und viele Eltern waren und sind damit einverstanden. Der Landkreis beabsichtigt sowieso die Erweiterung der Vechtetalschule, also wird eine noch bessere Lösung gefunden.
    Die etwa 60-70 Schüler der Anne-Frank-Schule sind im Stadtring-Gymnasium untergebracht, haben dort extra hergerichtete Räume und eine gute Ausstattung erhalten. Aufgrund der Inklusion ist die Schulleitung davon ausgegangen, dass die Schule weiter Schüler verliert bzw. wesentlich weniger Anmeldungen erhält. Schüler wie Eltern sind mit der Lösung zufrieden.
    Kitas sind nicht betroffen in Nordhorn, die Kreissporthallen schon längst wieder frei.
    Das, was Sie da von Dresden aus betreiben, Herr Menzel, war schon im Dezember 2015 nicht korrekt in der Sachlage. Natürlich verwenden Sie gern den Begriff Container, aber wenn Sie sich die Mühe gemacht hätten, sich die tatsächliche Lösung einmal persönlich anzusehen, würden Sie vielleicht nicht a la „Lügenpresse“ berichten.

  8. Tatsächlich ist die Berichterstattung des Herrn Menzel über die Situation in Nordhorn nicht korrekt. Die Notunterkunft in der ehemaligen Anne-Frank-Schule war für bis zu 500 Personen eingerichtet, eine Zahl, die nur im Extremfall wäre erreicht worden. Und zu jammern, dass vor Ort Lösungen gefunden werden, statt zu lamentieren und zu polemisieren, ist die billigste Variante, die ja nichts an Energie oder Engagement kostet. Nicht alles ist perfekt und zum Jubeln, aber die Menschen vor Ort machen das Beste aus der Situation – unaufgeregt, engagiert. Auch in der AfD, die sich ja gern als Schulmeister und Besserwisser aufspielt, läuft nicht alles perfekt (siehe Baden-Württemberg, wo man keine Skrupel hat, Steuermittel für zwei Fraktionen einzustreichen). Kommen Sie nach Nordhorn, in die Grafschaft, um sich vor Ort zu informieren!

  9. Herr Metzel,

    Ich selbst bin eine Migrantin aus Afghanistan. Tatsächlich kann ich Ihnen in einem Punkt Recht geben: es wäre eine wunderbare Welt, wenn jeder glücklich in seiner Heimat leben könnte. Doch dem ist nicht so. Und anstatt tatkräftig etwas dafür zu tun, dass ihre Vision Realität wird, schütten sie nur Wasser auf das flammende Benzin! Kaufen Sie besser mehr fair trade Produkte, essen kein aus den afrikanischen Gewässern importiertes Fisch und lassen Sie die Finger vom subventionieren Fleisch und billig kleidung. Solche Leute wie Sie bringen der Welt keinen Mehrwert. Allenfalls ihrem Geldbeutel oder dem Ego.

    • Woher wollen Sie denn wissen, wie ich konsumiere? Aber die Frage ist berechtigt und ich kann Ihnen versichern, daß ich – so gut es geht – auf meinen Konsum achte und sehr häufig auf dem, was ich esse, das „fair trade“-Logo zu sehen ist. Mir ist die beschriebene Lebensmittelproblematik sehr wohl bewußt und Sie finden dazu auch eigene Gedanken in meinem Büchlein „Die Ausländer. Warum es immer mehr werden“.

      Außerdem empfehle ich Ihnen in diesem Zusammenhang meine Serie zur „Wachstumskritik“ auf Sezession im Netz: http://www.sezession.de/schlagwort/wachstumskritik

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