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Was wollen junge Araber?

6 Kommentare

Heute wird in der deutschen Presse eine Studie über die arabische Jugend vorgestellt, die beweisen soll, daß die jungen Araber den „Islamischen Staat“ mehrheitlich ablehnen. Die Intention der „Arab Youth Survey 2016“ ist recht schnell erklärt: Es soll der Eindruck entstehen, die arabische Jugend lehne Gewalt ab, sehne sich nach Arbeit und könne mit Religion nichts anfangen. 

Ob das so stimmt, läßt sich aus der Ferne schwer einschätzen, doch sowohl beim Thema der fehlenden Lebenschancen als auch beim Terrorismus kommt es gar nicht darauf an, was die Mehrheit der jungen Araber denkt. Für Europa ist es bereits gefährlich, wenn sich eine prozentual geringe, aber zahlenmäßig enorme Masse an Menschen mit den Zielen der Terroristen identifizieren kann und wenn eine große Minderheit die eigene Heimat als nicht mehr lebenswert empfindet.

Betrachtet man die Umfrage unter arabischen Frauen und Männern zwischen 18 und 24 Jahren unter diesem Gesichtspunkt, zeigt sich, welche Sprengkraft in dieser Region steckt. In der arabischen Welt ist etwa die Hälfte der 400 Millionen Einwohner unter 25 Jahren. Auf diese Leute kommt es an: Sie sind der Jugendüberschuss dieser Region, könnten in ihrer Heimat oder in Europa für einen Gewaltausbruch sorgen und machen sich darüber Gedanken, wo sie in Zukunft ihr Leben verbringen möchten.

Während nun die „Arab Youth Survey 2016“ nur Prozentzahlen nennt, will ich – ausgehend von den 200 Millionen jungen Arabern – die absolute Zahl der Menschen herausstellen, bei denen bestimmte Einstellungen herausgefunden wurden. Es wird dabei davon ausgegangen, daß die jungen Erwachsenen (18 bis 24 Jahre) ihre Kinder mitziehen bzw. sich bei diesen Kindern ähnliche Einstellungen herausbilden könnten, die in den nächsten Jahren dann relevant werden. Da die Weltbevölkerung bis 2050 vermutlich auf 9 Milliarden Menschen anwächst, handelt es sich hier nur um grob überschlagene Angaben, die im Zweifelsfall sogar noch nach oben korrigiert werden müssen:

  • Ca. 13 Prozent der jungen Araber sind grundsätzlich bereit, den Islamischen Staat zu unterstützen. Das macht: 26 Millionen potentielle, islamistische Kämpfer.
  • 37 Prozent der jungen Araber sind mit den Jobaussichten in ihrer Heimat unzufrieden. Das macht: 74 Millionen Unzufriedene.
  • Was die Entwicklung der arabischen Welt angeht, wird die Jugend immer pessimistischer. 2012 haben noch 72 Prozent auf einen positiven Durchbruch des „arabischen Frühlings“ gehofft. Heute sind es nur noch 36 Prozent. Das bedeutet im Umkehrschluß: 64 Prozent der jungen Araber blicken pessimistisch in die Zukunft. Das sind 128 Millionen Menschen.
  • Einer Mehrheit ist übrigens Stabilität im Mittleren Osten wichtiger als Demokratie.
  • Mit einer recht manipulativen Frage wollte man herausfinden, wie die jungen Araber zu persönlicher Freiheit und Menschenrechten stehen. 67 Prozent sagten, die arabischen Herrscher sollten sich mehr dafür einsetzen. Zugleich heißt dies jedoch auch, daß sich zwei Drittel der jungen Araber prinzipiell westliche Werte wünschen und im Zweifelsfall auch dorthin migrieren könnten, wo sie glauben, daß diese Werte sicher sind.
  • Elf Prozent der Befragten würden gern in Deutschland leben. Das sind 22 Millionen junge Araber. Bemerkenswert daran: Deutschland taucht in der Liste der fünf beliebtesten Staaten erst seit 2015 auf. Davor wollten die Menschen nach Frankreich, Großbritannien oder in die USA – nicht aber nach Deutschland. Dies hat sich erst mit den Merkel-Selfies geändert.
  • Insgesamt würden 30 Prozent der jungen Araber gerne in europäischen Staaten leben. Das bedeutet, daß Europa für 60 Millionen potentielle Migranten als sehr attraktiv erscheint.

Wichtig zur Auswertung dieser Zahlen: Daß sich 22 Millionen junge Araber vorstellen könnten, in Deutschland zu leben, heißt nicht, daß sie alle eines Tages kommen werden. Statt Migranten anzuwerben, muß die Bundesregierung aber aufgrund dieser Lage alles dafür tun, diese Menschen von einer Migration abzuhalten und ihnen ein Leben in ihrer eigenen Heimat schmackhaft zu machen.

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Veröffentlicht von

Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

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  1. Moslems verdoppeln sich alle 20 Jahre-egal wo.
    Das heisst
    in 20 Jahren mindestens 10 Mil.,
    in 40 Jahren mind. 20 Millionen in Deutschland!Und das OHNE Einwanderung.

    Antworten

  2. Der Artikel ist m.E. noch nicht mal 10 Cent wert. Was konkret wollen Sie denn nun ausdrücken? Außer dass Sie die Zahlen fett drucken um Eindruck zu schinden? Einen effekthaschenden Artikel mehr wollten Sie und können vielleicht auch nicht?!
    Eine substanzlose Zusammenfassung. Was meinen Sie denn würden europäische Jugendliche sagen, wenn sie gefragt würden wo sie gerne Leben möchten? USA, Australien Afrika. Diese Länder sollten jetzt lieber ihre Grenzen schließen, bevor noch die ganzen Europäer kommen.
    Qualität gleich null aber Spenden haben wollen… lächerlich!

    Antworten

    • Hingewiesen werden soll gerade darauf, daß die demographische Entwicklung der arabischen Welt eine andere ist als in Europa. Genau deshalb ist auch Ihr Vergleich großer Blödsinn. Im übrigen geht es darum, sich der beschriebenen Lage bewußt zu sein und Fehlanreize zur Masseneinwanderung zu vermeiden.

      Antworten

      • Um nur mal Ihre Antwort aus drei Sätze auseinander zu nehmen:
        1. „Hingewiesen werden soll gerade darauf, daß die demographische Entwicklung der arabischen Welt eine andere ist als in Europa.“
        Oha, ohne Ihren „Qualitäts“-Artikel hätte dies niemand gewusst. Danke!
        2. „Im übrigen geht es darum, sich der beschriebenen Lage bewußt zu sein und Fehlanreize zur Masseneinwanderung zu vermeiden.“
        Um was geht es denn nun? Um die erstmalige Aufklärung Ihrerseits, dass die demographische Entwicklung der arabischen Welt anders ist, oder um Punkt 2?
        Komisch, dass alle Textpassagen in Ihrem Artikel, die Prozentangaben und „Stückzahlen“ in fetten Buchstaben hervorgehoben sind. Ihre einzige Absicht ist Effekthascherei nicht mehr und nicht weniger!
        „Die Intention der „Arab Youth Survey 2016“ ist recht schnell erklärt:….“ und das wissen Sie woher? Das ist eine Behauptung von Ihnen; und ich hoffe Sie wissen was eine Behauptung ist? (Aussage, die nicht bewiesen ist).
        Traurig und somit qualitativ minderwertig ist Ihre Herleitung der Zahl, die Sie als Grundlage Ihrer Berechnung heranziehen. 200 Mio sollen unter 25 Jahre sein, also von 0-25. Sie ziehen auch schon Babys und Kleinkinder in Ihre perfide Rechnung mit ein und unterstellen einfach, auf welcher Grundlage auch immer, dass Kinder, ob nun vorhanden oder nicht, von den 18-24 Jährigen annähernd die gleichen Aussagen treffen würden; da kann man nur mit dem Kopf schütteln.
        3. „nsgesamt würden 30 Prozent der jungen Araber gerne in europäischen Staaten leben. Das bedeutet, daß Europa für 60 Millionen potentielle Migranten als sehr attraktiv erscheint.“ Und in diesem Zusammenhang soll mein Beispiel großer Blödsinn sein? Ah ja!
        Und das ganze soll Qualität sein? Hier in der Runde wird schon richtig gelacht… gibt wohl morgen Bauchmuskelkater bei so viel Lächerlichkeit!

        Antworten

        • 1. Demographische Entwicklungen werden seit Jahrzehnten ignoriert. Daher ist es völlig legitim, eigentlich bereits Bekanntes zu wiederholen. Im übrigen wiederholen Medien ständig Fakten. Ein Blogbeitrag darf doch nicht mit wissenschaftlicher Forschung verwechselt werden.

          2. Ich unterstelle, dass junge Migranten ihre Kinder mitnehmen oder nachholen. Ein Blick in die Asylstatistik zeigt, dass ich hier richtig liege.

          3. In Afrika gibt es ähnliche Umfragen, die Heinsohn immer wieder zitiert. Wie im Artikel betont,kommen nicht alle davon nach Europa. Aber wenn wir unsere europäische Aussengrenze nicht schützen, werden so viele zu uns kommen, daß dies das Ende des Sozialstaates bedeuten wird und den Frieden gefährden dürfte.

          Antworten

          • Auch im Westen wird ja gelegentlich nach Sympathien für den IS unter jungen Leuten gefragt.
            http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/08/30/junge-franzosen-sympathisieren-mit-dem-islamischen-staat/
            Der Anteil erscheint in Frankreich extrem hoch, wobei man bei solchen Erhebungen an sich zwischen „jungen Leuten“ und jungen Moslems differenzieren müsste.
            Bedeutsam wäre auch die Frage, inwieweit eingewanderte Moslems bereit sind, Verdächtiges anzuzeigen. Eine solche Befragung ist meines Wissens in Deutschland nur einmal durchgeführt worden und dann im „Giftschrank“ des LKA verschwunden.
            Auch hier gibt es viel, womit Abgeordnete der AfD Aufklärungsdruck erzeugen könnten.

            Regen Sie sich doch nicht so auf, Hr. Geldmacher, das schadet Ihrem Karma.

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