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Das Jungfrauenopfer der Willkommenskultur

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Vergewaltigung und Mord an einer 19-jährigen Medizinstudentin durch einen 17-jährigen Afghanen, der in Deutschland Schutz suchte. Das Netz schweigt nicht. Die Bürger sind in Unruhe. Bisher erfolgten aber nur unqualifizierte Äußerungen durch Mitglieder der etablierten politischen Klasse. Ein Kommentar von Martin Bader.

Die Presse, die eigentlich als Kontrolleur ihres Handelns wirken sollte, folgt derweil ihrem antrainierten Reflex und springt ihren Gönnern bereits prophylaktisch zur Seite. „Angela Merkel hat Recht“, schreibt Tom Drechsler in der BILD und kleidet den Tod des Mädchens als Martyrium für die freie Gesellschaft aus. Diese Vereinnahmung erscheint abwegig und geschmacklos, denn es zeigt, wie beliebig die individuellen Opfer ausgetauscht werden können, die das Experiment offener Grenzen fordert.

Sigmar Gabriel warnt vor Volksverhetzung

Dementsprechend scheint es naheliegend, dass der öffentlich-rechtliche Medienapparat vornehme Zurückhaltung präsentiert und sich lediglich auf die regionale Bedeutung des Mordes zurückzieht, wie es die Tagesschau gemacht hat. Nur die selbstentlarvende Vorgehensweise in der Kommunikation mit der Öffentlichkeit ist hier hervorzuheben.

Mit dem Einwand von Vizekanzler Gabriel allerdings, der ein solches Ereignis nicht ohne eine Warnung vor Volksverhetzung in den Äther schicken kann, hat die Tagesschau nun eine berichtenswerte Geschichte auf Lager für die Abendvorstellung.

Der grüne Sozial- und Integrationsminister von Baden-Württemberg, Manfred Lucha, pflichtet ergänzend bei, man habe eine Beruhigung in Bezug auf die Flüchtlingszahlen erlebt und sprach von einer „sehr großen Normalisierung“ in Bezug auf die Wahrnehmung von Integrationsbemühungen. Der Tatverdächtige war ebenfalls bestens integriert, gut aufgehoben in einer Familie. Ist dies der Zustand, der dem deutschen Bürger als normal zuzumuten und dessen dauerhafte Konstituierung unabdingbar ist? Ist dies der Preis für die Verhinderung einer schlimmeren Katastrophe? Steht der Politik nur noch das Jungfrauenopfer zu Gebote, um den quasireligiösen Erhalt der Willkommenskultur zu gewährleisten? Wie oft muss sich dieser böse Ritus wiederholen, jeden Monat oder im Wochentakt?

Rainer Wendt: Arrogantes Beharren auf angeblich edler Gesinnung

Dieser erneute „Einzelfall“, wie der Oberbürgermeister von Freiburg, Dieter Salomon (Grüne), ihn beschreibt, wird nicht der letzte gewesen sein. Ein Abrücken von Positionen der unbegrenzten und unkontrollierten Zuwanderung ist im aktuellen Politikbetrieb nicht erkennbar, während die deutschen Ordnungs- und Sicherheitsinstitutionen unter der wachsenden Belastung bereits ächzen. Im November 2016 kamen trotz sinkender Temperaturen 17.500 Asylbewerber nach Deutschland. Auf das ganze Jahr hochgerechnet, wären das 210.000. Es hat sich also noch nichts entspannt oder normalisiert. „Normal“ ist hier nur der eingeschliffene Kurs der Selbstaufgabe.

Kritische Stimmen dazu kommen nur aus der zweiten Reihe. So z.B. von Rainer Wendt, dem Bundesvorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG): „Dieses und viele andere Opfer würde es nicht geben, wäre unser Land auf die Gefahren vorbereitet gewesen, die mit massenhafter Zuwanderung immer verbunden sind. Und während Angehörige trauern und Opfer unsägliches Leid erfahren, schweigen die Vertreter der ‚Willkommenskultur‘. Kein Wort des Mitgefühls, nirgends Selbstzweifel, nur arrogantes Beharren auf der eigenen edlen Gesinnung. Die grausame Seite dieser Politik wird abgewälzt auf die Opfer und auf eine seit Jahren kaputt gesparte Polizei und Justiz. Und so wachsen die Gefahren für unser Land beständig.“

Trotz der Ignoranz gegenüber solchen Positionen wächst der Druck auf Merkel, weil die Realitätsverweigerung immer mehr zur offensichtlichen Farce wird. Welchen Gefallen tut sich eine CDU mit ihrer Aufstellung als Kanzlerkandidatin 2017 und wie glaubwürdig ist das andauernde „Rechts-Geblinke“ der Union, wenn es um Abschiebung geht?

Familie des Opfers wirbt weiter für Flüchtlingsinitiativen

Wenn Stephan Mayer, Sprecher der Arbeitsgruppe Inneres der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Freude darüber äußert und es als großen Erfolg verbuchen kann, dass von 12.500 ausreisepflichtigen afghanischen Migranten durch ein bilaterales Abkommen ganze 50 in einem Sammelflug rückgeführt werden können und zwar dieses Jahr noch, dann ist die Durchsetzung von Recht und Gesetz scheinbar nicht selbstverständlich.

Indes hat die Familie des ermordeten Mädchens ihren Frieden anscheinend gefunden und setzt sich im Sinne ihrer verstorbenen Tochter weiter für Flüchtlingsinitiativen ein. Ist das Überzeugung? Opferbereitschaft für eine bessere Welt? Oder einfach nur unerschütterliche Loyalität des Vaters, der Mitglied des Juristischen Dienstes der Europäischen Kommission ist? Anders herum könnte natürlich auch ein Schuh daraus werden: Vielleicht erwarten unsere politischen Eliten diese Opferbereitschaft auch vom niederen Staatsadel und Bürger? Hatte der Vater von Maria L. also überhaupt eine Wahl? Oder mußte er sich politisch korrekt verhalten, um seinen Job zu behalten?

(Bild: Valeri Pizhanski, flickr, CC BY-NC-ND 2.0)

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Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

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