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Kommen bald jedes Jahr eine Million Asylbewerber?

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„The Migrants Files“ geben einen sehr detaillierten Aufschluß darüber, wieviel Geld derzeit Flüchtlinge an Schlepperbanden bezahlen. Seit dem Jahr 2000 dürften in etwa 16 Milliarden Euro geflossen sein, schätzt das Netzwerk, das aus Journalisten, Statistikern und IT-Experten besteht. Man sollte jedoch noch etwas genauer hinschauen:

In den Jahren 2000 bis 2005 bezahlten die Flüchtlinge rund 2,7 Mrd. Euro, von 2005 bis 2010 4,5 Mrd. Euro und im Zeitraum von 2010 bis 2015 sollen Schlepper 8,3 Mrd. Euro verdient haben. Aller fünf Jahre verdoppelt sich also das Geschäftsvolumen beinahe.

Rasantes Wachstum der Schlepperindustrie

Sollte dieses Wachstum anhalten, dürften auch immer mehr Flüchtlinge nach Europa kommen. Geht man davon aus, daß Schleppereinkünfte und Flüchtlingszahlen in etwa proportional wachsen, könnten also bald schon jedes Jahr eine Million Menschen Asyl in Deutschland beantragen.

Ist das wirklich realistisch? Ja, das ist sogar sehr wahrscheinlich, solange wie die EU keine sofortige und automatische Abschiebung von illegalen Einwanderern beschließt, wie dies der Ökonom Paul Collier vorschlägt. Das beweisen auch die neuesten Flüchtlingszahlen des UNHCR. Von 2013 zu 2014 sind 8,3 Millionen Menschen zu Flüchtlingen geworden. Einen solchen Anstieg hat es noch nie zuvor gegeben.

Collier, Autor des wohl derzeit besten Buches über Migration, sagte in einem Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung kurz nach der ersten großen Katastrophe von Lampedusa im Jahr 2013:

Jeder, der mit dem Boot kommt, sollte automatisch zurückgeschickt werden. Erst wenn das durchgesetzt wird, werden die Leute aufhören, es zu versuchen.

Wie aber sollte Europa nach einem solchen Verbot der Überfahrt den wirklichen Flüchtlingen effektiv helfen? Eine gute Lösung wäre es, erstens eine möglichst regionale Unterbringung anzustreben, zweitens aufgrund der Belastungen für die Zielländer eine Obergrenze für Asylbewerber und Flüchtlinge einzuführen, sie drittens gleichmäßig über ganz Europa zu verteilen und viertens für interkontinentale Migrationen ein Botschaftsasylverfahren verbindlich festzuschreiben. Gleichzeitig müßten für diese Migranten die aktuellen Verfahren abgeschafft werden, die auf akute Flüchtlinge zugeschnitten sind, wie sie es in Europa vor allem in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab.

Wir brauchen Botschaftsasylverfahren

Bei einem Botschaftsasylverfahren stellen die Flüchtlinge in ihrem Heimatland oder einem Nachbarstaat bei der Botschaft des Ziellandes ihren Antrag. Wird dieser angenommen, darf der Flüchtling einreisen. Wird er abgelehnt, besteht kein Grund, sich auf den teuren Weg in das Zielland zu begeben. Zusätzlich zu den herkömmlichen Möglichkeiten boten eine Reihe von EU-​Mitgliedstaaten zeitweilig das Botschaftsasylverfahren an (u.a. Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Niederlande, Österreich, Spanien). 2013 war die Schweiz das letzte europäische Land, das diese Möglichkeit abschaffte.

Das Botschaftsasyl könnte jedoch eine Schlüsselstellung in einem neuen System einnehmen, wenn sich alle europäischen Staaten bzw. die Europäische Union dazu entschließen, alle Anträge, denen eine interkontinentale Wanderung vorausgehen würde, ausschließlich über dieses Verfahren abzuwickeln. Die Anträge von allen Flüchtlingen aus Afrika und Asien würden dann also von einer Behörde in ihrem Herkunftsland (bzw. um akuten Flüchtlingen entgegenzukommen ggf. auch im Nachbarland) bearbeitet. Dies hätte mehrere Vorteile:

  1. Die gefährliche Überfahrt von Flüchtlingen nach Europa würde entfallen.
  2. Dem mafiösen Schlepperwesen wäre mit einem Schlag der Boden entzogen.
  3. Es bleibt nicht länger dem Zufall bzw. dem individuellen Wunsch des Flüchtlings überlassen, in welches Land er einreist bzw. wo er sich niederläßt.
  4. Damit wäre eine genauere Planung möglich, wie viele Flüchtlinge welches Land aufzunehmen hat und wann die Aufnahmekapazitäten erschöpft sind.
  5. Die Prüfung der Asylgründe im Herkunftsland ließe sich einfacher, genauer und in kürzerer Zeit abschließen als im Zielland.
  6. Staatliche Leistungen der Zielländer würden die Flüchtlinge erst nach Genehmigung ihres Asylantrages erhalten und nicht – wie bisher – direkt nach Antragsstellung.

Funktionieren würde dieses Verfahren nur, wenn alle illegalen Einwanderer, die dieses neue Verfahren versuchen zu umgehen und auf eigene Faust nach Europa einreisen, ohne Ausnahme und Möglichkeit, einen Widerspruch einzulegen, sofort wieder abgeschoben werden. Um das Botschaftsasyl als wirkungsvolles Instrument einzuführen, wäre also eine weitreichende Vorarbeit nötig.

Reform der Genfer Flüchtlingskonvention

So müßten die europäischen Staaten auf eine Überarbeitung der Genfer Flüchtlingskonvention pochen, die eine illegale Einreise bisher noch legitimiert. Zur Entstehungszeit der Genfer Flüchtlingskonvention (1951) und mit Blick auf akute Flüchtlinge war dies auch eine richtige Entscheidung. Sie erweist sich jedoch im 21. Jahrhundert im Umgang mit vorausplanenden Flüchtlingen als untauglich. Bei einer Überarbeitung der Genfer Flüchtlingskonvention müßte also der Spagat geschafft werden, akuten Flüchtlingen, die vor einem Ausnahmezustand wie z.B. einem Bürgerkrieg oder Völkermord fliehen, den illegalen Grenzübertritt zu legitimieren, ihn aber für den Normalfall zu ächten.

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Mehr Zuwanderer als statistisch erfaßt Hier geht es zu der Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes.

Veröffentlicht von

Geboren 1985 in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz). Studium der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik und BWL in Halle. Lebt in Dresden.

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  1. Meine Prognose fuer 2016 waere auch eine Million fuer Deutschland – 220.000 in 2014, 600.000 in 2015, dann ist 1.000.000 in 2016 die logische Fortsetzung; wuerde auch gut zu ca. 1.000.000 normalen Sterbefaellen in Deutschland pro Jahr gut passen; mit Kindern rechnet die SPD-CDU-Regierung ja eh nicht; die Pan-Europäer im EU-Parlament haben gerade im Noichl-Bericht Abtreibung als Menschenrecht bezeichnet, 150.000 Kindermorde in Deutschland pro Jahr. Kinder stören ja auch die Wirtschaft beim Nutzen der Arbeitskraft der Frauen (deshalb hatten Rockefeller und Carnegy bereits die „Orphan Trains“ ins Leben gerufen, um die Kinder ihrer Industriearbeiter in den Mittleren Westen zu schicken und an Farmer zu verkaufen).

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  2. Glauben Sie selbst an die Machbarkeit dessen, was Sie hier vorschlagen? In welcher Zeit sollte das geschehen? Notwendig wären 6 Wochen, dauern würde es 60 Jahre. Mit welchen Politikern sollte das geschehen? Roth, Özdemir, Gabriel, Fahimi, Laschet, Merkel ………. Die Liste wäre von x bis unendlich fortzusetzen mit denen, die das alles verhindern würden und werden.
    Nein, aber es gibt wohl einen Masterplan, der diesen Irrsinn steuert. Und, wenn mich die Beurteilung der US-Nachrichtenlage, die dortige illegale Immigration betreffend, die vom Obama Gvt. massivst gefördert wird, dann stammt dieser perfide Plan aus NSAUSA mit seinen fortwährenden Bestrebungen eine NWO zu errichten und die Nationalstaaten und die bestehenden Ethnien zu destabilisieren bis zu deren Endlösung. Aber immerhin, ein Vorschlag, wo sonst gähnende Leere herrscht.

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